Frau Dietsche, was machen Sie denn gerade?

Svenja Dietsche: Wir haben soeben ein neu errichtetes Gebäude aufgemessen und die Daten abgespeichert. Diese arbeiten wir später im Innendienst ins Liegenschaftskataster ein. Denn ein aktuelles Liegenschaftskataster ist wichtig für Behörden, Rettungskräfte und auch für Privateigentümer.

Und Sie vermessen auch im Winter?

Svenja Dietsche: Ja, der Außendienst findet generell das ganze Jahr über statt. Bei Schneefall, Starkregen oder Sturm gehen wir aber nicht raus.

Wie sind Sie denn auf den Beruf Vermessungstechnikerin gekommen?

Svenja Dietsche: Ein Bekannter hat mich auf diesen Beruf hingewiesen. Daraufhin habe ich ein Praktikum beim Vermessungsamt gemacht. Danach stand für mich fest, dass ich diesen Beruf erlernen möchte, und es gefällt mir sehr.

Welche schulischen und persönlichen Voraussetzungen sollten für diesen Beruf vorhanden sein?

Svenja Dietsche: Interessenten sollten einen Realschulabschluss mit guten Noten, besonders in Mathe, mitbringen. Da ein Teil unserer Arbeit draußen stattfindet, sollten sie wetterfest sein. Wichtig ist auch ein Verständnis für das Arbeiten mit dem Computer.

Herr Trötschler, was gefällt Ihnen an der Ausbildung besonders gut, was ist das Besondere daran?

Florian Trötschler: Bei unserer Ausbildung arbeiten wir viel im Team zusammen und haben interessante Fortbildungen mit anderen Azubis aus ganz Südbaden. Das Besondere an dem Beruf ist die Abwechslung zwischen Innen- und Außendienst. Wir sind bei unseren Außendiensttätigkeiten im ganzen Landkreis unterwegs und lernen so die eigene Heimat besser kennen.

Wo ist die Berufsschule und wie ist der Unterricht an der Berufsschule organisiert?

Florian Trötschler: Die Berufsschule ist in Freiburg und der Unterricht findet zweimal im Jahr blockweise statt. Es gibt die Möglichkeit, im Lehrlingsheim zu übernachten, und das Landratsamt Waldshut übernimmt die Kosten dafür. Schwerpunkt des Unterrichts ist die Vermessungstechnik mit all ihren Varianten, der in Theorie und Praxis aufgeteilt ist. Zusätzlich gibt es noch allgemeinbildende Fächer. Auch besteht die Möglichkeit, parallel zum Blockunterricht in der Berufsschule in Freiburg die Fachhochschulreife zu erwerben, um später den Bachelor zu erwerben. Dieses Angebot nehmen einige Azubis wahr.

Wie lange dauert Ihre Ausbildung?

Florian Trötschler: Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Auszubildende können ausnahmsweise vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihnen der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule wesentlich über den Durchschnitt liegende Leistungen bescheinigen.

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Herr Frei, Sie sind der Ausbildungsbeauftragte beim Landratsamt Waldshut für den Beruf des Vermessungstechnikers, welche Perspektiven haben Ihre Schützlinge?

Christoph Frei: Ausgebildete Vermessungstechniker/innen können innerhalb des Landratsamtes Waldshut beim Vermessungsamt, beim Amt für Flurneuordnung oder beim Landwirtschaftsamt tätig werden. Auch besteht die Möglichkeit zur Qualifizierung zum mittleren vermessungstechnischen Verwaltungsdienst mit dem Einstieg in das Beamtenverhältnis. Ebenso werden derzeit Vermessungstechniker bei vielen Vermessungsbüros, Städten, Energieversorgern und Planungsbüros gesucht.

Christoph Frei.
Christoph Frei. | Bild: privat

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