Ein klares Ziel haben die Schüler der Klasse 9Rc der Hans-Thoma-Schule Laufenburg vor Augen: Bis zum 30. Juni soll ihr Waldklassenzimmer stehen. Dieses wollen sie selbst planen, finanzieren und errichten. Die Schule wurde mit dem Projekt für den Würth-Bildungspreis nominiert. Der insgesamt mit 48.000 Euro dotierte Preis will bei Schülern ökonomisches und teamorientiertes Denken fördern. Wir sind mit dabei in einer Planungsrunde der Klasse und erleben begeisterte, engagierte Schüler – und ein starkes Team.

Bio und Mathe unter freiem Himmel

Die Klasse ist in verschiedene Gruppen aufgeteilt und hat sich für das Projekt schon einige Kooperationspartner mit ins Boot geholt. So auch Manuel Nägele, den Leiter des Forstreviers Laufenburg-Murg. In dieser Unterrichtsstunde gibt er den Schülern Tipps. Zuerst aber stellt die Präsentationsgruppe noch einmal das Projekt vor: Entstehen soll ein Klassenzimmer im Freien in der Nähe des Gerhard-Philipp-Platzes am Andelsbach.

Das Außengelände soll mit Bänken und Tischen ausgestattet sein. In dem Klassenzimmer unter freiem Himmel soll ein abwechslungreicher Unterricht möglich sein – Nachhaltigkeit und Naturschutz sollen gefördert werden, erzählen die Schüler. So könnte etwa in Biologie direkt in freier Natur unterrichtet werden und gleichzeitig auch Experimente stattfinden. Das sei übrigens genauso in Mathe möglich.

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Mit dem Projekt lernen die Schüler die verschiedensten Berufe kennen, etwa den Förster, Zimmermann oder Architekten. Durch die Kooperation mit dem Südkurier und da die Dokumentationsgruppe selbst über das Projekt berichtet, lernen die Schüler auch den Beruf des Journalisten kennen. Ein weiterer, aber besonders bedeutender Nebeneffekt des Projektes: Der Zusammenhalt in der Klasse wird dadurch gestärkt.

Video: Verena Wehrle

Ein Bauwagen soll es werden

Dann kommt die Frage auf, ob für die Lagerung der Materialien ein Bauwagen oder eine Schutzhütte aufgebaut werden soll. Nägele rät den Schülern zum beweglichen Bauwagen, mit dem auch ein einfacheres Verfahren im Vorfeld einher geht. „Nehmen wir jetzt also den Bauwagen?“, fragt Schüler Valentin Faber. „Ihr habt jetzt die Argumente gehört, aber das müsst ihr entscheiden, das ist euer Projekt“, entgegnet Lehrer Malte Krebs, der zusammen mit Klassenlehrerin Annika Herling das Projekt leitet. Und schon bald ist der Bauwagen beschlossene Sache.

Jetzt geht es für die Klasse darum, Genehmigungen einzuholen. In der Schulstunde wird die Nutzungsbeschreibung für die Stadt erarbeitet. Auch dazu gibt es Tipps vom Förster. Eine weitere Gruppe ist aktuell dabei Angebote von Firmen für den Bauwagen einzuholen. Und die gesamte Klasse muss bis Ende Februar einen Zwischenbericht über das Projekt vorlegen. Da ist also noch einiges zu tun. „Wir haben ganz schön viel vor, aber wir sind ein starkes Team“ sagt eine Schülerin der Präsentationsgruppe und erntet damit viel Applaus.

Video: Verena Wehrle

Die Meilensteine des Projekt sind bereits geplant. Zu den nächsten Schritten zähle es dann, den Platz herzurichten. Hierbei wird Michael Vollmer von der Laufenburger Zimmerei Schäuble die Schüler handwerklich unterstützen. Zum Abschluss müsse dann noch das Gebäude abgenommen werden. „Und dann fahren wir wieder nach Stuttgart und holen uns den Preis ab“, sind sich die selbstbewussten Schüler sicher.

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