„Für uns Kinder sind die Schweizer etwas Besonderes gewesen: Sie haben keinen Krieg mitgemacht, nicht verloren und sind auch nicht schuld daran gewesen. Sie haben alles recht gemacht. Deshalb dürfen sie im Paradies leben und wir nicht.“ Mit diesen Worten auf Alemannisch begann der erste Burgschreiber Markus Jung, der im Jahre 2018 von Schweizer und deutscher Seite gewählt wurde, seine Festrede zum Bundesfeiertag in der Stadthalle von Laufenburg/CH.

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Dieses Lob war jedoch nicht die ganze Wahrheit. Denn auch in der Schweiz ist nicht alles Gold, was glänzt. So erfuhr er beim Zeitunglesen, dass im „Paradies“ Nazigold versteckt, Flüchtlinge abgewiesen, nachrichtlose Vermögen in den Banken verwaltet und ein Rahmenabkommen mit der EU nicht unterschrieben wurde. Auf der anderen Seite ist die Schweiz dafür bekannt, dass sie internationale Hilfsmaßnahmen unterstützt, wenn irgendwo Not in der Welt entsteht. Das Rote Kreuz, die Weltgesundheits- und Welthandelsorganisation sind berede Beispiele dafür.

Doppelstadt als Vorbild

Markus Jung wünscht sich, dass jedem Bürger und jeder Bürgerin in der Schweiz der Wille eine gesündere und friedliche Welt zu schaffen, wichtig bleibt. Dazu gehört, dass junge Menschen überall studieren können, dass Handwerker ihre Arbeit abliefern können und dass es keine Schlagbäume an den Grenzen und in den Köpfen gibt. Ein Vorbild dafür ist die Doppelstadt Laufenburg, die vieles gemeinsam anpackt. Mit den Worten: „Ich gratuliere ihnen und der ganzen Schweiz zum Nationalfeiertag. Halten sie an den besten ihrer Traditionen fest und gehen sie den Wandel zu einer humaneren Welt, eben einem Paradies, weiter mit“, schloss Markus Jung seine Festrede.

Stadtammann Herbert Weiss (rechts) dankte Markus Jung für seine tiefsinnige, aber humorvoll vorgetragene Festrede mit einem Geschenk.
Stadtammann Herbert Weiss (rechts) dankte Markus Jung für seine tiefsinnige, aber humorvoll vorgetragene Festrede mit einem Geschenk. | Bild: Reinhard Herbrig

Stadtammann Herbert Weiss dankte Markus Jung für seine tiefsinnige aber humorvoll vorgetragene Festrede mit einem Geschenk. Die Bürger belohnten die Rede mit einem kräftigen Applaus. Mit zünftiger Marschmusik durch die Stadtmusik Laufenburg/CH wurde der Festakt umrahmt.