Seit rund fünf Jahren engagiert sich die Laufenburgerin Theresia „Thea„ Herrmann ehrenamtlich im Bereich der Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund. Gerade das Verstehen und Sprechen der deutschen Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration und zum schulischen Weiterkommen.

Die Eltern ausländischer Kinder können meist nicht zu den Schulaufgaben befragt werden, da deren Deutsch-Kenntnisse einfach nicht ausreichten, um Aufgabenstellungen zu erklären. Und genau da setzt die Arbeit von Thea Herrmann an. Sie erklärt den Kindern worum es bei den Schularbeiten geht. „Die Kinder müssen begreifen, was von ihnen gefordert wird“, betont Thea Herrmann, erst dann kann eine Aufgabe gelöst werden.

„In den letzten Jahren haben die von mir betreuten Kinder sehr gut deutsch, vor allem aber auch die Umgangssprache, gelernt“, betont sie. Etwas schwieriger werde es bei speziellen Ausdrücken was zu Verwirrungen und falschen Antworten führen kann. Manchmal entstünden dabei auch witzige Situationen. So wurde beispielsweise aus der gesprochenen „Schwäbischen Alb„ in Schriftform die „Schwedischen Alpen„, berichtet Thea Herrmann.

Lernen für beide Seiten

Aber nicht nur die Schützlinge müssen sich immer wieder neuen Herausforderungen stellten, auch Thea Herrmann ist davon nicht ausgenommen. „Ich lerne jeden Tag dazu“, betont sie. Thea Herrmann, die zudem im Laufenburger Stadtseniorenrat aktiv ist, rät Personen ihrer Altersgruppe, mit Blick auf ihre positiven Erfahrungen, die sie mit den Kindern in den letzten Jahren sammeln konnte, das eigene geistige Potential zu nutzen und Wissen an Junge weiterzugeben.

Ihr Engagement für Kinder mit Migrationshintergrund begann 2016. Damals wurde Thea Herrmann von ihrem Bruder und damaligen Hausmeister der Hans-Thoma-Schule, Raimund Huber, darauf angesprochen, ob sie nicht während der Religionsstunden die Betreuung von fünf syrischen Mädchen aus der ersten Klasse übernehmen möchte. Dieses Angebot nahm sie gerne an. „Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet und ohne Beschäftigung zu sein, kann ich mir nicht vorstellen“, betont die Wahl-Berlinerin, die nach rund 46 Jahren 2015 wieder in ihre Heimatstadt Laufenburg zurückkehrte. Später wurde sie von der Schulleitung auch wegen Nachhilfe angefragt und dadurch entstand auch der Kontakt zu der syrischen Familie in ihrer direkten Nachbarschaft und daraus wurde eine dauernde Hausaufgabenhilfe für die zunächst drei Geschwister. Der älteste Sohn der Familie hat zwischenzeitlich die Schule erfolgreich abgeschlossen.

Hilfe in Corona-Zeiten noch wichtiger

Vor Corona kamen die beiden Schützlinge von Thea Herrmann, ein heute zwölfjähriges Mädchen und ihr 16 Jahre alter Bruder, am Nachmittag nach dem Schulunterricht zu ihr in die Wohnung, um mehrmals in der Woche die Hausaufgaben zu erledigen. Dann kam der Corona-Ausnahmezustand, die Schulen wurden geschlossen und Home-Schooling war angesagt. In dieser Zeit sei die schulische Betreuung der beiden Kinder noch wichtiger geworden und so wurden jeden Vormittag die Aufgabenstellungen, die per Computer abgerufen wurden, gemeinsam angegangen, um den Home-Schooling-Alltag besser zu bewältigen, erklärt Thea Herrmann. Den direkten Draht zu den Lehrpersonen halten die beiden Schüler per Handy und Video selbständig aufrecht.

Wie es nach der geplanten Öffnung der Schulen allgemein weitergeht ist noch ungewiss, aber sicher ist, dass Thea Herrmann weiter für ihre Schützlinge da sein wird. Besonders freut es sie, welche großen Fortschritte die sehr motivierten Kinder in den letzten Jahren gemacht haben. Stolz ist sie auch auf den 16-Jährigen, der im letzten Halbjahreszeugnis einen Notendurchschnitt von 1,7 erreichen konnte und nach der Realschule das Abitur anstreben möchte, um später einmal ein Studium zu beginnen.