Ein wesentlich besseres wirtschaftliches Ergebnis als erwartet verzeichneten 2020 die Stadtwerke Laufenburg. Sie schlossen das Wirtschaftsjahr mit einem positiven Ergebnis von 140.000 Euro ab, erwartet worden war im Wirtschaftsplan ein Defizit in ähnlicher Höhe. Wie Petra Schlachter, die zum 1. April die kaufmännische Leitung der Stadtwerke übernommen hat, am Montag im Gemeinderat sagte, sei das Ergebnis auch ein Effekt der Corona-Pandemie. Der Gemeinderat stellte den Jahresabschluss der Stadtwerke formell fest, ebenso den des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung, der mit einem Fehlbetrag in Höhe von 144.000 Euro schloss.

Bei den Stadtwerken schnitten vor allem die Sparten Stromvertrieb, Wasserversorgung und Gartenstrandbad besser ab als erwartet. Beim Stromvertrieb sank der Absatz insgesamt zwar leicht. Schlachter machte den Lockdown dafür verantwortlich, der zu einem geringeren Verbrauch bei vielen Sonderkunden und bei den Einrichtungen der Stadt geführt habe. Andererseits sei der Stromverbrauch im privaten Bereich gestiegen, so Schlachter. Vor allem aber sei der Strompreis zum 1. Mai 2020 angehoben worden und habe dazu beigetragen, dass die Sparte 64.000 Euro Gewinn statt wie prognostiziert 45.000 Euro Verlust eingefahren habe. Bürgermeister Ulrich Krieger schloss eine weitere Stromerhöhung zum 1. Januar 2022 aus, wollte aber keine Preisgarantie für das gesamte Jahr geben.

Die Sparte Wasserversorgung machte 135.000 Euro Gewinn, doppelt so viel wie im Wirtschaftsplan erwartet. Der Wasserverbrauch der städtischen Einrichtungen sei im Lockdown stark gefallen, der der Privathaushalte wie beim Strom angestiegen. Es seien zahlreiche private Pools angelegt worden, wusste Schlachter zu berichten. Das Gartenstrandbad fuhr zwar auch 2020 ein Defizit ein. Mit 220.000 Euro lag dies aber 100.000 Euro niedriger als erwartet. Das Freibad war 2020 die ganze Badesaison über wegen Corona geschlossen.

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Positive Ergebnisse trugen die Sparten Stromnetz und Beteiligungen mit 170.000 beziehungsweise 180.000 Euro Gewinn bei. Verluste schrieben die Sparten Verkehrsbetriebe mit -140.000 Euro und Wärmeversorgung mit -50.000 Euro. „Das Ergebnis ist nicht repräsentativ“, erklärte Schlachter aber zur Wärmeversorgung. Zum einen sei das Netz später in Betrieb gegangen als vorgesehen, zum anderen sei wegen Corona in der Sparte weniger Umsatz gemacht worden.

Ebenfalls rund 140.000 Euro beträgt der Fehlbetrag, den der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung 2020 zu verbuchen hatte. Hierzu zählen nicht nur die Kläranlage, sondern auch vier Regenüberlaufbecken, sechs Pumpwerke und 86 Kilometer Kanalisation, wie Kämmerin Andrea Tröndle sagte. Die Abwasserbeseitigung darf nur kostendeckend arbeiten. Weil in den vergangenen Jahren ein Überschuss erwirtschaftet worden war, wurden 2020 die Gebühren gesenkt, was zum Fehlbetrag führte.

Der Schuldenstand der Abwasserbeseitigung sank 2020 von 3,4 auf 3,2 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten der Stadtwerke gingen von 3,0 auf 2,8 Millionen Euro zurück.

Die Stadtwerke investierten 2020 vor allem in die Wasserversorgung, in der Maßnahmen für 560.000 Euro realisiert wurden, 190.000 Euro in die Wärmeversorgung und 100.000 Euro in das Stromnetz. Die Abwasserbeseitigung wendete 120.000 Euro für die Betonsanierung des Nachklärbeckens auf, 80.000 Euro für die Sanierung des Gebläses im Belebungsbecken sowie 210.000 Euro für Kanaluntersuchungen und Bestandsaufnahmen.