Wegen eklatanter Gebäudemängel kann die Stadt Laufenburg die Obdachlosenunterkunft an der Grunholzer Straße 10 nicht mehr nutzen. Weil die Kosten einer Sanierung auf über 1 Millionen Euro geschätzt werden, hat der Gemeinderat am Montag entschieden, Obdachlose und Asylsuchende bis auf Weiteres in anderen Notwohnungen unterzubringen. Was mit dem Gebäude geschieht, soll später entschieden werden. Die künftige Nutzung könnte in Zusammenhang stehen mit der des benachbarten Wohn- und Geschäftshauses Grunholzer Straße 8, das die Stadt Anfang November in einer Zwangsversteigerung erwarb.

„Wir sehen das als interessante Kapitalanlage und Entwicklungsfläche“, erklärte Bürgermeister Ulrich Krieger, als er im Gemeinderat die Ersteigerung der Immobilie Grunholzer Straße 8 bekanntgab. Das Wohn- und Geschäftshaus umfasst drei Wohneinheiten und im Erdgeschoss eine Physiotherapiepraxis. Die Gebäude- und Freifläche umfasst 750 Quadratmeter. Bei der Ankündigung der Vollstreckung hatte das Amtsgericht Waldshut den Verkehrswert mit 700.000 Euro beziffert. Die Immobilie war am 10. November zwangsversteigert worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Knapp 700 Quadratmeter Grundfläche umfasst die Immobilie Grunholzer Straße 10. Das Gebäude umfasst vier Wohneinheiten. Die Stadt hatte Mehrfamilienhaus 2005 übernommen und dort seitdem überwiegend Obdachlose sowie ihr vom Kreis zur Anschlussunterbringung zugewiesene Asylsuchende untergebracht. Der Allgemeinzustand des wahrscheinlich Mitte der 1920er Jahre errichteten Gebäudes entspreche einem Ausbau in den 1960er Jahren, so Krieger. Es sei keine Zentralheizung vorhanden. Große Teile, so die Fenster, das Dach, das Treppenhaus und der Keller seien noch im Originalzustand. Decken und Böden seien teilweise durchnässt. „Es wäre eine Totalsanierung nötig“, sagte der Bürgermeister. Die Kosten inklusive Küche und Möblierung schätzt die Stadtverwaltung auf über 1 Million Euro.

Kostengünstiger kämen da sogar noch ein kompletter Abriss und der Neubau einer Notunterkunft zur Unterbringung von bis zu zwölf Personen. Das Stadtbauamt hat dafür voraussichtliche Kosten in Höhe von 960.000 Euro errechnet. Alternativ könnte eine Unterkunft in Modulbauweise errichtet werden, für die bei ähnlicher Größe rund 500.000 Euro zu Buche schlagen würden.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Stadt könne im Augenblick allerdings den zukünftigen Bedarf nicht abschätzen, insbesondere sei unklar, wie viel Asylsuchende sie künftig unterbringen müsse, so der Bürgermeister. Er empfahl deshalb, „aktuell nicht zu investieren“. Stadtrat Robert Terbeck (SPD) sprach sich klar für einen modularen Bau aus, der dem Bedarf angepasst werden könne.