Zu einer echten Attraktion hat sich der grenzüberschreitende Rheinuferweg Laufenburger Acht entwickelt. Seit der Eröffnung am 30. April haben rund 60.000 Besucher den 6,1 Kilometer langen Rundweg in zwei Ländern zwischen Rheinkraftwerk und Hochrheinbrücke begangen. Dies ergibt eine Zählung der Stadt Laufenburg.

Europäische Union finanzierte Rundweg größtenteils

In der kleinen Laufenburger Altstadt, wo es unter der Woche normalerweise sehr beschaulich zugeht, waren in den vergangenen Monaten bei gutem Wetter stets auffallend viele Personen mit Wanderschuhen und Rucksack unterwegs. Der Augenschein trog nicht: Der von den beiden Laufenburg mit finanzieller Unterstützung aus dem Interreg-Programm der Europäischen Union eingerichtete Fußweg zieht offensichtlich zahlreich Menschen an.

Die Laufenburger Acht

„Das Ergebnis ist sehr viel besser als wir zu hoffen gewagt hätten“, sagt Elisabeth D`Souza, die zusammen mit Julia Eichmann im Tourismus- und Verkehrsamt der Stadt erste Ansprechpartnerin in Sachen Laufenburger Acht ist. „Es sind sehr viele Gruppen unterwegs.“ Viele Vereine, Betriebsbelegschaften oder auch Schulklassen hätten den Weg schon unter die Sohlen genommen. Einige von ihnen nähmen dafür sogar recht weite Anfahrten in Kauf, manche kämen von jenseits der Kreisgrenzen eigens nach Laufenburg.

Blick von der großen Hängebrücke der Laufenburger Acht über den Rhein auf den deutschen (links) und den Schweizer Teil der Altstadt.
Blick von der großen Hängebrücke der Laufenburger Acht über den Rhein auf den deutschen (links) und den Schweizer Teil der Altstadt. | Bild: Vonberg, Markus

„Wir bekommen ganz viel positives Feed-back“, sagt D`Souza über die Reaktionen, die sie von Wanderern und Spaziergängern zur Acht erreichen. Vor allem Familien mit Kindern zeigten sich begeistert. Sechs der 17 entlang des Wegs eingerichteten Stationen richten sich eigens an Kinder, die hier spielerisch Interessantes über den Rhein und seine Tierwelt oder Laufenburg und das Kraftwerk erfahren können. Positive Rückmeldungen zur Laufenburger Acht gebe es auch aus der Laufenburger Gastronomie, berichtet D‘Souza. „Viele verbinden den Besuch der Laufenburger Acht mit einem anschließenden Mittagessen oder einer Einkehr.“

Das 1914 in Betrieb genommene denkmalgeschützte Kraftwerk (Bild) ist eine von drei Möglichkeiten, auf der Laufenburger Acht den Rhein zu ...
Das 1914 in Betrieb genommene denkmalgeschützte Kraftwerk (Bild) ist eine von drei Möglichkeiten, auf der Laufenburger Acht den Rhein zu queren. | Bild: Vonberg, Markus

Wie aber weiß die Stadt, wie viele Personen auf der Laufenburger Acht unterwegs waren? Zur Ermittlung dieser Zahl wurde eine elektronische Zählstelle eingerichtet. „Die funktioniert ähnlich wie eine Lichtschranke und erfasst Bewegungen in ein Meter Höhe“, verrät Eichmann. Personenbezogene Daten würden dabei nicht erfasst, ebenso keine bewegten oder unbewegten Bilder gemacht.

Durchschnittlich 210 Besucher jeden Tag

Rund 55.000-mal habe das Gerät seit 30. April angeschlagen, berichtet Eichmann. Weil es im Juli einige Tage nicht funktionierte, schätze die Stadt die Zahl der Personenbewegungen auf rund 60.000 – das entspräche durchschnittlich 210 Besuchern pro Tag. Besonders viel Fußgängerverkehr herrschte in den Monaten August, September und Oktober.

Wo genau das Zählgerät steht, sagen D‘Souza und Eichmann nicht, denn die Stadtverwaltung will nicht, dass es beschädigt wird. Vandalismus ist in der Tat ein Problem auf der Laufenburger Acht. Noch vor der Inbetriebnahme des Abschnitts zwischen Codman-Anlage und Kraftwerk wurden die ersten der eben aufgestellten Info-Stationen von Unbekannten beschädigt. Auch im Augenblick sei an der Station am Kraftwerk eine Kurbel abgebrochen. Die Schäden würden zwar so schnell wie möglich behoben, dennoch seien sie für die Nutzer ärgerlich und kosteten die Öffentlichkeit Geld, sagen D‘Souza und Eichmann.

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