Die Stimmungslage bei den Laufenburger Ortsparteien spiegelt die gesamte Breite des Wahlergebnisses vom Sonntag wieder. Während die Sozialdemokraten sich darüber freuen, in der Stadt bei den Zweitstimmen nach deutlichen Zuwächsen wieder mit der CDU gleichgezogen zu haben, bietet den Christdemokraten trotz massiver Verluste immerhin der deutliche Gewinn des Direktmandats Trost. Die Grünen hatten sich ein besseres Ergebnis erhofft. Dies ergab am Montag eine Umfrage unter den lokalen Vertetern der im Bundestag vertretenen Parteien.

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Michaela Kaiser (CDU): „Felix Schreiner hat das Mandat. Damit kann und wird er uns in den nächsten vier Jahren wieder hervorragend in Berlin vertreten.“ 2019).
Michaela Kaiser (CDU): „Felix Schreiner hat das Mandat. Damit kann und wird er uns in den nächsten vier Jahren wieder hervorragend in Berlin vertreten.“ 2019). | Bild: Photostudio M

„Natürlich sind wir mit dem Ergebnis der Zweitstimmen nicht zufrieden. Die Verteilung der Zweitstimmen spiegeln zwar den Bundesdurchschnitt wieder, aber wir haben uns vor Ort ein besseres Ergebnis für die CDU gewünscht“, erklärte unumwunden Stadträtin Michaela Kaiser als Vorsitzende des CDU-Stadtverbands. Bei den Erststimmen hingegen sei die gute Arbeit des 2017 direkt gewählten Abgeordneten Felix Schreiner honoriert worden, der den Wahlkreis in Berlin hervorragend vertreten habe. Schreiner und die CDU vor Ort hätten einen engagierten Wahlkampf geführt: „Es gab unglaublich viele Wahlkampfveranstaltungen. Viele Politiker sind seiner Einladung gefolgt und zu uns in die Region gekommen. Sie haben damit ihre Anerkennung für seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter gezeigt und ihn unterstützt.“

Heiner Berger (SPD): „Wir konnten deutlich machen, dass die Zukunft dieses Landes mit einer starken SPD besser zu verwirklichen ist.“
Heiner Berger (SPD): „Wir konnten deutlich machen, dass die Zukunft dieses Landes mit einer starken SPD besser zu verwirklichen ist.“ | Bild: Photostudio M

Zufrieden mit dem sozialdemokratischen Erst- und Zweitstimmenergebnis ist Heiner Berger, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins: „Noch vor einem halben Jahr waren die Prognosen für die Kandidatin wie auch die Partei in Laufenburg deutlich schlechter.“ Nun liege die Partei in Laufenburg bei den Zweitstimmen nur sieben Stimmen hinter der CDU als immer noch stärkster Kraft, das sei ein großer Erfolg. Wie Olaf Scholz auf Bundesebene habe die Direktkandidatin und über die Landesliste gewählte bisherige Abgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter im Wahlkreis klar Position bezogen und sozialdemokratische Themen sachlich und fachkompetent vermittelt.

Hans Eugen Tritschler (Grüne): „Vielleicht war es ein strategischer Fehler der Grünen, überhaupt einen Anspruch auf das Kanzleramt zu formulieren.“
Hans Eugen Tritschler (Grüne): „Vielleicht war es ein strategischer Fehler der Grünen, überhaupt einen Anspruch auf das Kanzleramt zu formulieren.“ | Bild: Fotostudio Höckendorff

Erfolgreich, aber angesichts der hohen Erwartungen nicht erfolgreich genug – das ist die Sicht von Hans Eugen Tritschler, Vorsitzender der Grünen Albbruck/Laufenburg/Murg, auf das Ergebnis seiner Partei bei der Bundestagswahl. Direktkandidat Jan-Lukas Schmitt habe zusammen mit Kreis- und Ortsverbänden einen außerordentlich starken Wahlkampf geführt. „Vielleicht hat es im Wahlkreis etwas an der Präsenz grüner ,Flaggschiffe‘ und damit auch an Presseinteresse gemangelt“, so Tritschler. Die beiden bisherigen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, Felix Schreiner und Rita Schwarzelühr-Suter, seien inzwischen Politprofis und mit einem professionellen Mitarbeiterstab als auch mit einem deutlich höheren Wahlkampfbudget am Start gewesen, so Tritschler über den Wahlkampf.

Der Laufenburger Stadtrat Patrick Meier (AfD) war am Montag telefonisch und über E-Mail für eine Stellungnahme nicht erreichbar.