Mit jungen Talenten und frischer Energie ist am vergangenen Wochenende der Laufenburger Kultursommer gestartet. Wenngleich dicke Regentropfen an die Fensterfassade des Schlössle prasselten, so schien im Inneren des Saals für die rund 50 Gäste doch die Sonne – zumindest muskalisch. Grund dafür waren die Violinistin Christina Moser, die als Lokalmatadorin gemeinsam mit der Pianistin Marta Patrocínio auftrat. Die zwei Musikerinnen boten ein anspruchsvolles, aber für jeden Liebhaber der Klassik hörenswertes Kammermusikkonzert, das im Rahmen der Mary-Codman-Classics die „Fließenden Grenzen“ eröffnete.

Hochkarätige Veranstaltung

Seit vielen Jahren steht das grenzüberschreitende Kultur-Festival für kulturelles Hochkarat in verschiedenen Genres. Nach der langen Durststrecke, welche die Kulturszene hinter sich hat, wird die diesjährige Ausgabe der „Fließenden Grenzen“ von Machern und Besuchern nun umso mehr geschätzt, wie das Auftaktkonzert am Sonntag eindrücklich bewies.

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Wie so vieles sollte das Konzert von Christina Moser und Marta Patrocínio eigentlich schon im vergangenen Jahr, dem Beethoven-Jahr, stattfinden. Die Hommage an den bedeutenden Komponisten der Klassik wollten sich die beiden aber auch 2021 nicht nehmen lassen und so bildete seine Sonate für Geige und Klavier den Abschluss des niveauvollen ersten Teils.

Dem voraus ging die düstere Sonate von Sergei Prokofiev, die mit bewussten Dissonanzen die Gräuel des Zweiten Weltkrieges reflektierte. Und auch wenn raffiniert auskomponierte Musik nicht hässlich sein kann, so gelang es den jungen Musikerinnen mit ihrer Darbietung die Spannung zwischen der kriegerischen Gegenwart des russischen Komponisten und der Genialität des Stückes aufzubauen. Den Kontrast dazu markierte die Sonate aus der Feder Johann Sebastian Bachs, die in ihrem tänzerischen Ton noch ganz der klassischen Musiklehre entspricht, bevor das Duo mit Beethoven den ersten Part beendete. Die immer präsente Dramatik des Komponisten, der von nunmehr 251 Jahren geboren wurde, bestachen dabei insbesondere.

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Der zweite Teil des Konzertabends strahlte mit zwei Solostücken für Klavier zu Beginn mehr Besänftigung aus. Mit dem Traumhaften von Frédéric Chopin und der Naturverbundenheit des portugiesischen Komponisten Luiz Costa – mit dem Patrocínio ihre Wurzeln in Porto verbindet – brachte die Pianistin Ruhe in den Saal. Dabei erinnerten diese Stücke an die Schönheit aber auch die Kurzlebigkeit eines Moments, den es im Jetzt zu genießen gilt – so wie das Mary-Codman-Classics Konzert von Christina Moser und Marta Patrocínio, das sie zusammen mit dem Grand Tango von Astor Piazzzolla beschlossen.

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