Von befremdlich bis neugierig. Die Kunden der Luttinger Metzgerei Stepanek wissen noch nicht so recht, wie sie damit umgehen sollen. Denn seit Donnerstag steht vor dem Eingang der Metzgerei ein Pavillon und darin steht ein Tisch mit einem Korb voll weißer Tüten. Doch erst, wer eine dieser Tüten öffnet, dem offenbart sie ihren Inhalt.

Es ist eine Mund-Nasen-Maske. „Ich möchte die Sicherheit in den zwischenmenschlichen Begegnungen erhöhen“, ist es Rainer Stepanek, dem Inhaber der Metzgerei, ein Anliegen. Um die Sicherheit seiner Kunden, aber auch seiner Mitarbeiter während dem Einkauf zu erhöhen, hat sich Stepanek dazu entschlossen, künftig diese Masken an Kunden auszugeben.

Einfach eine Tüte mit der Maske aus dem Korb nehmen und die Maske aufsetzen. Nach dem Verlassen der Metzgerei kann die Maske in einer Kiste unter dem Tisch abgelegt werden.
Einfach eine Tüte mit der Maske aus dem Korb nehmen und die Maske aufsetzen. Nach dem Verlassen der Metzgerei kann die Maske in einer Kiste unter dem Tisch abgelegt werden. | Bild: Susanne Eschbach

„Ich habe dieses Thema über die Diskussionen um die Masken intensiv verfolgt“, erzählt er. Denn er ist überzeugt davon, dass sich die Sicherheit aller während der aktuellen Corona-Pandemie aufgrund dieser Masken erhöht. Aus diesem Grund möchte er künftig für die Dauer der Krise, diese Masken anbieten und machte sich auch sofort auf die Suche. „Nirgendwo mehr waren solche Masken zu bekommen“, erklärt er. So machte er sich auf die Suche nach Alternativen. Bei den Landfrauen in Oberalpfen hat er nachgefragt. „Doch die haben Aufträge bis nach Villingen und es hätte Wochen gedauert, bis sie meinen Auftrag hätten erledigen können“, so der Metzgermeister.

Auch weitere Anfragen blieben ohne Erfolg. „Meine Frau hatte dann die Idee, bei Diana Behnke in ihrem Geschäft ‚Schere – Stein – Papier‘ nachzufragen.“ Diese erklärte sich sofort bereit, Mund-Nase-Masken herzustellen. Weil die Inhaberin des kleinen Nähgeschäftes aber alleine war, stellte ihr Rainer Stepanek seine Tochter Lisa zur Seite. „Bis spät in die Nacht haben die beiden Frauen genäht“, so Stepanek weiter. Doch pünktlich zum Start der Aktion am Donnerstag, lagen 40 Masken für die Kunden bereit. Weitere 110 Stück sollen noch folgen. „Natürlich kann ich niemanden zwingen, dass er sich vor dem Betreten meines Geschäftes eine Maske anlegt“, sagt er. Aber er appelliert an die Vernunft seiner Kunden, dass sich die Sicherheit durch das Tragen dieser Masken für alle erhöht.

Die Kunden dürfen sich aus dem Korb eine Tüte mit der Maske nehmen, die sie vor dem Betreten der Metzgerei aufsetzen sollen. Unter dem Tisch kann die leere Tüte entsorgt werden. Nach dem Verlassen des Geschäftes, kann die benutzte Maske in eine zweite Kiste gelegt werden. „Denn wir waschen und desinfizieren die Masken wieder für die weitere Nutzung“, so Stepanek. Und nicht nur die Kunden tragen diese Masken. Inzwischen ist auch das gesamte Personal mit den Mund-Nase-Masken ausgestattet, die sie während ihrer Arbeit selbstverständlich tragen.