Im Mai 2021 ist die Ampel am Ortseingang von Luttingen erneut umgestellt worden. Dadurch haben sich aus Sicht vieler Bürger die Rot-Phasen verkürzt und das alte Thema, wie lang die Rot-Phasen an der Ampel sein sollten, ist wieder zur Sprache gekommen. Tobias Hermann, Pressesprecher des Landratsamts Waldshut, erklärt, was bei der Umstellung geschehen ist: „Die Änderungen an der Lichtsignalanlage (im Volksmund: Ampel) in Luttingen wurden Mitte Mai ausgeführt. Im Zuge der durchgeführten Maßnahmen wurde die Ampel um eine Blindensignalisierung erweitert. Zudem wurde die Kfz-Detektion auf Kamerasysteme umgestellt. Das Signalisierungs- und Steuerungskonzept wurde aus dem Bestand übernommen und um die priorisierte Bedienung von Linienbussen erweitert.“

Im Mai hat die Ampel am Ortseingang von Luttingen auch eine Signalisierung für Sehbehinderte erhalten.
Im Mai hat die Ampel am Ortseingang von Luttingen auch eine Signalisierung für Sehbehinderte erhalten. | Bild: Reinhard Herbrig

In der ehemaligen Steuerung der Ampel wären zwei Programme hinterlegt gewesen, allerdings mit fast identischen Parametern. Dabei hätten sich Umlaufzeiten aller Ampel-Phasen von 80 bis 130 Sekunden einstellen können. Jetzt seien vier Normalprogramme mit Umlaufzeiten aller Ampelphasen von 100, 90, 120 und 80 Sekunden sowie zwei BAB-Sonderprogramme (im Falle von Störungen auf der Autobahn) mit Umlaufzeiten von 120 Sekunden geschaltet. Eine Verkehrszählung wurde nicht vorgenommen.

Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Rot-Phasen, je nach Verkehrsaufkommen und Tageszeit, angepasst werden, was auch zu einer teilweisen Verkürzung führte. In der Gemeinderatssitzung vom 17. Mai 2021, die nach der Umstellung stattfand, vermutete Stadtrat Bruno Sonnenmoser (FW), dass sich die Taktung der Ampel aus Richtung Laufenburg so verändert hat, dass das Verkehrsaufkommen im Ortsteil Luttingen zugenommen hat.

Der Wunsch des Ortschaftsrats

Ob mit der Umstellung damit der Stellungnahme des Ortschaftsrates, die dieser bereits im Dezember 2012 abgegeben hat, entsprochen wurde, sei dahingestellt: „Um möglichst wenig Durchgangsverkehr in Luttingen zu haben, ist eine optimierte Ampelregelung notwendig, durch die der Verkehr aus und nach Luttingen gleichberechtigt behandelt wird. In den Kernzeiten, am Morgen und am Abend, sollen die Ampeln in Form einer Pförtnersituation geregelt werden, um den Pendlerverkehr auf die Umgehungsstraße zu leiten.“

Stimmen der Luttinger

An der Stimmung in der Bevölkerung, was die Ampelregelung betrifft, hat sich seither nichts geändert. Während Bewohnern, die direkt an der Landesstraße 154 wohnen, diese Optimierung nicht gefällt, begrüßen sie Geschäftsleute (eine Ausnahme bilden die Gastwirte) und die übrigen Bewohner von Luttingen. Michael Ruch, Wirt des Gasthauses „Engel“ hat beispielsweise beobachtet, dass ab 5.30 Uhr der Pendlerverkehr durch Luttingen stark zugenommen habe.

Die Verwaltung

Sowohl Ortvorsteherin Michaela Kaiser (CDU) als auch Bürgermeister Ulrich Krieger (CDU) erklärten auf Anfrage, dass sie aufgrund dieser geteilten Stimmung unter der Luttinger Bevölkerung eine Neuauflage der Diskussion um eine Veränderung der Taktzeiten an der Ampel aus Richtung Laufenburg für nicht sinnvoll halten. Dies trotz der Tatsache, dass die Taktzeiten verändert wurden, ohne ihre Auswirkungen auf den Verkehrslärm vor und nach der Umstellung zu untersuchen.

Vorschlag

Alt-Ortsvorsteher Bernhard Gerteis, der sich in der Ortschaftsratssitzung vom Juni 2021 vergeblich dafür eingesetzt hatte, dass die Umstellung der Ampeln zurückgenommen wird, regte nun an, den Verkehr in die Schweiz durch einen Transit-Wegweiser vor der Ampel in Hauenstein auf die A 98 anzubringen, um den Verkehr, der den Zollübergang in Laufenburg ansteuert, über die Autobahn umzuleiten.