Wenn am 29. Juni wie überall in Baden-Württemberg auch in Laufenburg die Kindergärten wieder öffnen, bedeutet dies nicht die vollumfängliche Wiederaufnahme des Betreuungsangebots aus der Zeit vor Corona. Darauf wies am Montag im Gemeinderat Bürgermeister Ulrich Krieger hin: „Das wird nicht der normale Kindergartenbetrieb sein.“ Die Stadt könne nämlich ein Viertel ihrer Erzieherinnen nicht einsetzen. 13 von rund 50 Kräften gehören Corona-Risikogruppen an.

Die Stadtverwaltung prüft verschiedene Optionen, wie mit der Situation umgegangen werden kann. Der Einsatz nicht ausgebildeter Kräften sei ebenso eine Möglichkeit wie vergrößerte Betreuungsgruppen und veränderte Öffnungszeiten, so der Bürgermeister. Auf jeden Fall werde es für die sechs Kindertageseinrichtungen in städtischer Trägerschaft und den von der Katholischen Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck betriebenen Kindergarten Hochsal keine einheitliche Regelung geben. Für jede Einrichtung werde eine eigene Lösung erarbeitet, so Krieger.

Bereits seit Mitte März kann die Stadt Laufenburg wegen der Corona-Pandemie nur ein stark eingeschränktes Kinderbetreuungsangebot anbieten. Vom 17. März bis zum 24. Mai waren die Einrichtungen ganz geschlossen. In diesem Zeitraum wurde nur eine Notbetreuung angeboten, die zunächst nur von in systemrelvanten Bereichen arbeitenden Eltern in Anspruch genommen werden konnte. Seit dem 25. Mai haben die Kindergärten grundsätzlich zwar wieder für alle Kinder geöffnet. Doch wegen der geltenden Abstands- und Hygienevorschriften können über die Notbetreuung hinaus Kinder nur an einer reduzierten Anzahl von Tagen in einem rollierenden System betreut werden. Die Eltern von 62 Kindern hätten entschieden, ihre Jungen und Mädchen erst dann wieder betreuen zu lassen, wenn der reguläre Betrieb wieder laufe, erklärte Krieger.

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Für das eingeschränkte Angebot berechnet die Stadt den Eltern nur entsprechend eingeschränkte Gebühren, wer sein Kind nicht betreuen lässt, muss gar nichts zahlen. Dies beschloss der Gemeinderat nun am Montag. „Keine Leistung, keine Gebühren. Die Leistung, die man in Anspruch nimmt, die ist auch zu bezahlen“, so brachte es der Bürgermeister auf den Punkt.

Hauptamtsleiterin Carina Walenciak legte die Detailregelungen dar, die sich der Gemeinderat zu eigen machte: Für den Monat März werden die Gebühren in voller Höhe erhoben. Für den April werden keine Gebühren erhoben. Auch für den Mai verzichtet die Stadt auf die Erhebung von Gebühren, außer für Kinder in Notbetreuung. Auch im Juni müssen Eltern nur für Kinder in Notbetreuung beziehungsweise in reduzierter Betreuung zahlen – und zwar im Umfang der in Anspruch genommenen Leistungen. Walenciak: „Jeder zahlt maximal das, was er bisher zahlen musste.“ Stadtrat Raimund Huber (Grüne) nannte die Lösung ein „relativ faires Modell“. Einzig Eltern, die ihre Kinder bereits im März abgemeldet hatten, erhielten keine Kompensation.

Als Ausgleich für den Ausfall der Gebühren erhält die Stadt 110.000 Euro Soforthilfe vom Land Baden-Württemberg. Allerdings beträgt der Einnahmeausfall der Stadt bei Kindertagesbetreuung, Schulbetreuung und Verpflegung von April bis Juni laut Verwaltung rund 160.000 Euro.

Situation bei Grundschulbetreuung und Verpflegungsgeld

Bei der Verlässlichen Grundschule sowie der Früh- und Anschlussbetreuung der Ganztagsgrundschule verzichtet die Stadt auf die Erhebung von Gebühren, bis sie das reguläre Angebot wieder erbringen kann. Ebenso verfährt sie auch bei der Verpflegung in Krippen, Kindergärten und Ganztagsgrundschule.