In diesem Sommer ist, bedingt durch Corona, alles ein bisschen anders. Auch die im Sommer immer sehr populären grenzüberschreitenden Laufenburger Kulturtage „Fliessende Grenzen“ bleiben davon nicht verschont. Trotz Einschränkungen durch das Corona-Virus möchte der Kulturausschuss beider Laufenburg den Hunger der Menschen nach Kultur stillen, wie Renata Vogt, Vorsitzende des Kulturausschusses, berichtet. Unter dem Label „Sommerkultur in Laufenburg„, quasi „Kulturtage light“, möchten die Veranstalter dem Virus zum Trotz zeigen, dass sie noch da sind und dabei auch ein solidarisches Zeichen für die Künstler setzen, da viele Veranstaltungen ausfallen müssen.

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Am Sonntagvormittag konnte eine überschaubare Teilnehmerzahl in der Codman-Anlage im Freien und im Corona-Modus einen Frühschoppen mit dem Münchner Kabarettisten und Lyriker Holger Paetz erleben. Mitgebracht hatte er sein brandaktuelles Programm „Corona-Cabaret“. Auf ein erfrischendes Getränk während des Frühschoppens mussten die Gäste allerdings verzichten und ohne Pause den sprachvirtuosen und mit rabenschwarzem selbstironischem Humor getränkten Ausführungen des Kabarettisten folgen, was bei dem rasanten Tempo der Ein-Mann-Show gar nicht so einfach ist. Das Publikum nahm das kulturelle Angebot dankbar an und war einmal mehr von Holger Peatz begeistert.

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Er präsentierte sich dem Publikum als „Pfarrer Peatz„ und wie bestellt begleitete Laufenburger Glockengeläut seinen Auftritt eingangs, oder besser gesagt seine Predigt rund um das allgegenwärtige Thema Corona. Im Laufe seiner rund einstündigen Predigt ließ er kaum einen Aspekt um die Pandemie außer Acht, aber immer mit einem gebührenden Blick auf die Gefährlichkeit des Virus. „Corona lass ab von uns“, flehte Peatz. Er betonte er könne das Thema Corona nicht mehr hören, aber er kam doch nicht drum herum.

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Zu allgegenwärtig ist es. Maskenpflicht, Hamsterkäufe, Lockdown, Wahrheiten, Fehleischätzungen, Irrtümer: „Corona ist eine Prüfung“, fasste Paetz zusammen. Nicht umhin kam er der allumfassenden Frage nahzugehen: „Warum raffen wir Klopapier?“ Eine Antwort darauf konnte er nicht geben. Dieser Aspekt müsse noch mal unters Mikroskop, prognostizierte er. Eine gute Nachricht hatte der Kabarettist dann doch noch. Obwohl klimatisch schon viel geleistet wurde, habe Corona bis jetzt schon mehr CO2 verhindert. Das Virus sei aber auch ein Kulturkiller. Provokant fragte er: „War es nicht immer schon zu viel was an Kultur geboten wurde, auch hier in Laufenburg?“ Es sei jetzt doch erfrischend zu erfahren: „Ich verpasse nichts!“

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