Auf dem Werksgelände der Firma Höganäs Germany in Laufenburg-Rhina ist am Donnerstag eine neue Anlage für die Produktion von hochreinen Metallpulvern für die 3D-Druckindustrie eingeweiht. „Wir befinden uns damit quasi in der Champions-League“, freute sich Höganäs-COO (Chief Operating Officer) und Standortleiter Peter Thienel an einer Feier in kleinem Rahmen.

Verdüsungsspezialist Viktor Ballardt in der neuen Leitwarte am Höganäs-Standort Laufenburg.
Verdüsungsspezialist Viktor Ballardt in der neuen Leitwarte am Höganäs-Standort Laufenburg. | Bild: Peter Schütz

Ein Projektteam unter der Leitung von Ehsan Elyaspour habe die sogenannte Verdüsungsanlage in rekordverdächtigen drei Monaten in einer Halle errichtet. „Das Team hat einen wahnsinnig tollen Job gemacht“, formulierte es Peter Thienel. Im April 2020 war die Anlieferung der Baugruppen erfolgt, Ende Juli war die Anlage errichtet, Ende August war sie in Betrieb genommen worden. Die Genehmigung hatte das Regierungspräsidium Freiburg Ende 2019 erteilt. Voraussetzung war unter anderem, dass von der Anlage keine schädlichen Umweltauswirkungen ausgehen. Für die Geschwindigkeit des Genehmigungsverfahrens bedankte sich Produktionsleiter Daniel Reimann bei zwei Vertreterinnen des Regierungspräsidiums Freiburg. Die Kooperation mit den Behörden bezeichnete er als „sehr gut“. Reimann weiter: „Wir konnten die Auflagen unverzüglich in die Planung einbauen, es gab keine Wartezeiten.“

Die Aufbauphase fand unter Corona-Bedingungen statt. Dennoch, so Peter Thielen, „ist es zu keiner Zeitverzögerung gekommen“. Die neue Anlage bezeichnete er als „hochkomplex“ und „nicht von der Stange“. Sie sei imstande, einen Qualitätsstandard zu erreichen, der mit den bisherigen Verdüsungsanlagen – am Standort Laufenburg sind seit 1988 und 2006 zwei in Betrieb – nicht machbar ist. „Wir sind technologisch einen riesigen Schritt weitergekommen“, merkte Thielen an. Zu den Kosten gab es keine genauen Angaben, nur so viel: „Das ist eine Millioneninvestition“, berichtete Daniel Reimann, „wir sind damit auf dem neuesten Stand der Technik mit der besten, momentan herstellbaren Anlage“.

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Mit dem neuen „Paradeprojekt“ (Thienel) werden Metallpulver in einem Vakuum bei 1700 Grad geschmolzen und verdüst. Dabei entstehen neue Pulverlegierungen. Höganäs verfügt über 30 Jahre Know-how im Vakuumschmelzen. Die neue Anlage soll Metallpulver in einer höheren Qualität und, so Peter Thienel, „in enger Zusammenarbeit mit den Kunden herstellen, um deren Anforderungen gerecht zu werden“. Von den Kunden habe man bislang ein „positives Feedback bekommen“, sagte er.

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Höganäs will mit der neuen Anlage von Laufenburg aus einen wichtigen Zukunftsmarkt – den 3D-Druck – erobern. Weshalb Thienel den Bau der neuen Anlage als eine wichtige unternehmensstrategische Entscheidung erachtet, die den Standort Laufenburg stärken soll. Sie soll dazu beitragen, den Marktanteil für Metallpulver im Zukunftssegment des 3D-Drucks zu erhöhen. 3D-Druck gilt als material- und ressourcenschonend und wird unter anderem im Werkzeugbau oder bei der Herstellung von medizinischen Implantaten eingesetzt.

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