Eine vierstellige Zahl von Bürgern wurde in der Luttinger Möslehalle am Freitag gegen Corona immunisiert, zum ersten Mal kam dabei auch der Impfstoff von Johnson & Johnson zum Einsatz.

Zweitimpfung mit Moderna

Am Vormittag erhielten mehr als 400 über 70-Jährige sechs Wochen nach ihrer Erstimpfung die zweite Dosis des mRNA-Vakzins von Moderna. Trotz der hohen Zahl von Impfwilligen verlief der Betrieb reibungslos: Die tiefgekühlten Vazine aus Freiburg trafen rechtzeitig ein, und mit ihnen sieben Medizinstudenten, die die Impfdosen aufzogen.

Medizinistudent Julius Wissemann beim Aufziehen einer Johnson & Johnson-Impfdosis
Medizinistudent Julius Wissemann beim Aufziehen einer Johnson & Johnson-Impfdosis | Bild: Michael Gottstein

Keine langen Warteschlangen

Es bildeten sich keine langen Warteschlangen, die Bürger passierten zügig die Anmeldung und wurden in die sieben Kabinen geleitet, wo Ärzte aus der Region die Spritzen setzten.

Das könnte Sie auch interessieren

Die zeitliche Taktung war sogar etwas enger als bei der Erstimpfung, denn damals war mehr Zeit für Aufklärungsgespräche eingeplant. Heide Rüdiger berichtete, dass sie ihre Erstimpfung gut vertragen habe und froh sei, nun ihre Immunisierung abschließen zu können. Die Terminvergabe habe gut funktioniert, und als ehemalige Anästhesieschwester befürworte sie generell Impfungen.

Trotz der hohen Zahl von Impfwilligen ging es am Freitagmittag in der Möslehalle geordnet zu.
Trotz der hohen Zahl von Impfwilligen ging es am Freitagmittag in der Möslehalle geordnet zu. | Bild: Michael Gottstein

Organisatorin zieht positive Bilanz

Wie Bürgermeister Ulrich Krieger schätzte, „müssten nun die meisten Bürger, die älter als 70 Jahre sind, geimpft sein“. Neben den Ärzten und den Helfern aus Freiburg waren auch 30 kommunale Mitarbeiter und Ehrenamtliche im Einsatz. Organisiert wurde die Aktion von Elisabeth D‘Souza, die eine positive Bilanz zog: „Wir sind im Zeitplan geblieben.“

Trotz der hohen Zahl von Impfwilligen ging es am Freitagmittag in der Möslehalle geordnet zu.
Trotz der hohen Zahl von Impfwilligen ging es am Freitagmittag in der Möslehalle geordnet zu. | Bild: Michael Gottstein

Von 15 bis 21 Uhr waren dann 500 Beschäftigte an der Reihe, die in der „kritischen Infrastruktur“ arbeiten, zum Beispiel in den Bereichen Strom- und Wasserversorgung, Landwirtschaft und Nahrungsmittel. „In den drei Kommunen gibt es natürlich mehr Menschen, die in der kritischen Infrastruktur tätig sind“, so Ulrich Krieger. Weil eine Warteliste existiert, „können wir sicher sein, dass keine Impfdosis übrig bleibt“, erklärte der Pandemie-Beauftragte Olaf Boettcher. „Sollte jemand absagen, stehen schon die nächsten bereit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Zahl der Impfgegner scheint abzunehmen

Generell registrierte Boettcher eine hohe Nachfrage nach dem Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson, denn bei diesem Vakzin reicht eine einzige Spritze für die vollständige Immunisierung aus. „Die Menschen sind froh, schon 14 Tage nach einer einmaligen Impfung ihre Freiheiten zurückzubekommen“, meinte der Arzt, der auch den Eindruck gewonnen hatte, „dass die Zahl der Impfgegner abnimmt.“