Von dem seit Freitag vermissten 63-jährigen Gerhard B. aus dem Laufenburger Stadtteil Hochsal fehlt weiterhin jede Spur. Am Freitag und am Samstag hatten fast 500 Helfer mit Unterstützung von Hubschraubern und Spürhunden ein weiträumiges Gebiet zwischen Laufenburg, Albbruck und Görwihl nach dem Mann durchkämmt – ohne Erfolg. Die vom Laufenburger Polizeiposten koordinierte Suche in der Fläche wurde inzwischen eingestellt. Der Vermisstenfall ist in die Zuständigkeit der Kriminalpolizei Waldshut-Tiengen übergegangen.

„Alles, was an Sofortmaßnahmen sinnvoll war, haben wir gemacht“, sagte am Montag der Laufenburger Feuerwehrkommandant Markus Rebholz im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Vermisste war selbst bei der Feuerwehr aktiv. Neben 67 Kameraden aus Laufenburg hatten auch ebenso viele aus Albbruck, 51 aus Murg und 105 aus Görwihl nach dem 63-Jährigen gesucht. Ferner hatte die Polizei 55 Mitglieder der Technischen Hilfswerke Laufenburg, Bad Säckingen und Waldshut-Tiengen sowie 50 Rotkreuzhelfer bei der Suche an ihrer Seite.

Der Mann war am Freitagmorgen zuletzt gesehen worden, als sein Frau gegen 7.30 Uhr das Haus verließ. Als sie gegen 13.30 Uhr zurückkehrte, war ihr Mann verschwunden. Weil dieses Verhalten untypisch war, suchte die Familie zunächst selbst an den typischen Aufenthaltsorten nach ihm, als keiner ihn fand, wurde gegen 15.50 Uhr die Polizei vom Verschwinden informiert. Die Polizei bat dann die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk um Amtshilfe.

Weil sich Auto, Traktor und Rad an ihrem Platz befanden, war den Helfern klar, dass B. fußläufig unterwegs sein musste. Von Hochsal ausgehend wurde die Umgebung in Sektoren geteilt und dann systematisch abgesucht. Diese erste Suchaktion dauerte von 19.40 bis 1.30 Uhr. Am Samstag dann wurden von 7.30 bis 10 Uhr die teils unwegsamen Waldgebiete zwischen Laufenburg, Görwihl und Albbruck durchkämmt.

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Exakt 487 Personen waren nach Auskunft des Feuerwehrkommandanten Markus Rebholz an der zweitägigen Suche beteiligt. Auch in der Bevölkerung sei die Beteiligung sehr groß gewesen. Es habe mehrere Hinweise gegeben – so den einer Reiterin, die im Wald zwischen Schachen und Albert die Stimme eines Mannes gehört haben will. Doch weder der Einsatz von Personen- und Flächenspürhunden, noch das Durchkämmen der Waldgebiete mit Personenketten oder der Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera führten die Helfer bisher auf die Spur des Vermissten.

Seit Sonntag ist die große Suchaktion eingestellt. Doch weiterhin hielten Familie, Freunde und Nachbarn Ausschau nach Gerhard B., berichtet Ulrich Krieger unserer Zeitung. Der Laufenburger Bürgermeister, der im Stadtteil Hochsal lebt, kennt den Vermissten persönlich und war am Freitag und am Samstag an der großen Suchaktion beteiligt, die vom Lagezentrum im Feuerwehrhaus Süd von Stephan Frei, dem Chef des Laufenburger Polizeipostens, und Christian Baumgartner geleitet wurde.

„Oft herrscht das Gerücht, dass jemand erst nach Ablauf von 24 Stunden als Vermisst gilt – das stimmt aber nicht“, sagte Polizeisprecher Mathias Albicker zum frühen Beginn der Suche. Wann die Polizei mit einer Suchmaßnahme beginne, hänge vom konkreten Einzelfall ab. Im Falle des Hochsaler Vermissten sei schnell klar gewesen, dass etwas Außergewöhnliches passiert sein müsse. Auf polizeilicher Seite ging die Zuständigkeit für den Vermisstenfall mittlerweile an die Kriminalpolizei Waldshut-Tiengen über.

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