Leise summt es schon am Lehrbienenstand des Imkerverein Hauenstein auf dessen Waldgelände nach der Ortsausfahrt Binzgen. Die ersten Bienen wagen sich bei den frühlingshaften Temperaturen und dem anhaltenden sonnigen Wetter aus ihrer Überwinterungsmöglichkeit, um ihre Kotblase zu leeren und auf Futtersuche zu gehen. Bernward Lohr, erster Vorsitzender des Imkerverein Hauenstein und dessen Stellvertreter Harald Schlegel konnten ihre Bienen sogar bereits bei der Pollenbeschaffung beobachten, welche für die Bienen als Eiweißquelle dienen. Sie berichten, dass die Bienen sich ab etwa zehn Grad Celsius nach draußen begeben. Am intensivsten ist der Bienenflug jedoch im Hochsommer, also zwischen Juni und August.

Einige der insgesamt 680 Bienenvölker des Hochrheingebietes leben am Lehrbienenstand des Imkerverein Hauenstein in Binzgen.
Einige der insgesamt 680 Bienenvölker des Hochrheingebietes leben am Lehrbienenstand des Imkerverein Hauenstein in Binzgen. | Bild: Michelle Güntert

Ab Weihnachten ziehen die als Volk mit bis zu 1000 überwinternden Bienen dann ihre Brut auf. Dies ist möglich, weil die Bienen ähnlich wie Pinguine zusammenrücken und auf diese Weise Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius in ihren Nestern erzeugen. So hat es die Brut trotz der um diese Zeit frostigen Außentemperaturen schön warm. Den Rückgang der Bienenpopulation erklären sich die beiden Hobby-Imker durch verschiedene Umwelteinflüsse wie die verteilten Pflanzenpestizide oder die klimatischen Veränderungen und andererseits dadurch, dass es vor 50 Jahren noch deutlich mehr Imker gegeben hat, die die Bienen bei ihrer Bestäubungsleistung unterstützt haben. „Grundsätzlich ist aber zu beobachten, dass seit etwa zwölf Jahren die Bienenhaltung wieder mehr im Trend ist. Wir merken das am Interesse an unseren Anfängerkursen“, sagt Bernward Lohr. Die Bedrohung der Biodiversität, gerade im Bereich der Insekten, sei jedoch ein ernstzunehmendes Problem, das zunehmend in das Bewusstsein der Menschen rückt. „Das Artensterben aufzuhalten ist eine Aufgabe, die Generationen beschäftigen wird“, gibt Harald Schlegel hierbei zu bedenken. Die Bienenfreunde vom Imkerverein Hauenstein leisten hierzu ihren Beitrag. Bis Ende März lassen sie die Bienen noch weitgehend in Ruhe und bereiten vor allem die kommende Bienensaison vor. Dazu gehören Arbeiten wie die Futterkontrolle, die Reinigung der Mittelwände, die Zuchtplanung, aber auch die eigene Weiterbildung und Ausbildung neuer Mitglieder.

„Wir haben uns entschlossen, in diesem Jahr einen Online-Kurs anzubieten, der momentan 16 Teilnehmer aufweist“, merkt Lohr an. Dadurch gewinne der Verein auch regelmäßig neue Mitglieder, was sehr erfreulich ist. „Natürlich hoffen wir, bald wieder mehr durch den persönlichen Kontakt auch hier an unserem Lehrbienenstand zeigen zu können. Denn unsere Kurse leben von der Mischung aus Theorie und Praxis“, erläutert Schlegel.