Sind die Kulturtage in Laufenburg etwa schon vorüber? Einheimische wissen: Steht ein weißes Zelt auf der Brücke, wird dort Tango getanzt, Pipo Pollina oder ein anderer singender Italiener tritt in der Stadthalle auf, in der Stadtbücherei gibt es Schnittchen und Sekt. Steht das Zelt nicht mehr auf der Brücke, dann sind die Kulturtage und die Kulturnacht vorüber, die Mauersegler zum Winterurlaub in Afrika, und die Kinder müssen wieder zur Schule. Und so herrscht in Laufenburg natürlich große Aufregung, weil das am 18. Juni aufgestellte Brückenzelt seit Dienstag verschwunden ist. Das hat mit Augen und Ohren zu tun. Aufgebaut worden war das Zelt wegen des kantonalen Musikfestes "Ohren auf!", das an den vergangenen beiden Wochenenden im Schweizer Laufenburg gefeiert wurde. Abgebaut worden ist es wegen der Optik. Denn nicht jeder findet das Zelt auf der Brücke schön. Wer sich selbst noch unschlüssig darüber ist, hat bereits ab 23. Juli die nächste Chance, sich ein fundiertes Urteil darüber zu bilden. Dann spucken die Helfer des Laufenburger THW wieder in die Hände, um das Zelt zu errichten, dieses Mal tatsächlich für die Kulturtage. Am 13. August bauen sie es wieder ab. Schon am 3. September kehrt der blaue THW-Laster mit dem Zelt zurück, dieses Mal der Kulturnacht wegen. Am 8. September werden Stangen und Planen erneut zusammengepackt und zurück auf den blauen Laster gewuchtet. Angeblich überlegt man sich bereits, das Zelt beim Apfelmarkt im Oktober einzusetzen... Nein: Das stimmt nicht. Was hingegen stimmt: Das THW hat Laufenburgs kräftigste Kulturarbeiter.

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