Auch bei der Bestattungskultur sei die Gesellschaft im Wandel, erklärte Bürgermeister Ulrich Krieger. Anonyme und halbanonyme Bestattungsformen würden immer häufiger gewählt. Auch in Laufenburg besteht Bedarf an neuen Bestattungsangeboten. Bereits 2015 hatte der Gemeinderat deshalb einen Arbeitskreis gegründet, die Vorschläge zur Gestaltung einer Urnenwand erarbeiten sollte. Doch es kam anders.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Arbeitskreis habe festgestellt, dass es aus gestalterischen Gründen schwierig sei, eine Urnenwand in die auf dem Walfdfriedhof zu integrieren, sagte der Bürgermeister. Der Arbeitskreis sei deshalb zur Friedhofskommission umgewandelt worden, die sich grundsätzlich Gedanken über neue Bestattungsangebote machen sollte. Die Kommission besichtigte mehrere Friedhöfe in der Umgebung. In Schopfheim habe sie im August 2020 eine Grabstätte gefunden, die sofort alle überzeugt habe: „Ein halbanonymes Urnenfeld, dass aussieht wie ein großes Wahlgrab.“ Das mit Blumen bepflanzte Schopfheimer Grabfeld umfasst 7 mal 3 Meter. In ihm befindet sich eine kreisrunde, 2,8 Meter tiefe Betonzisterne, die bis zu 120 Urnen aufnehmen kann. Die Namen der Bestatteten sind auf fünf 1,60 Meter hohen Steinstelen aufgebracht. Jederzeit können neue Namen ergänzt oder alte entfernt werden.

Im April traf sich die Kommission auf dem Waldfriedhof, um dort einen geeigneten Standort für das Urnengrabfeld zu finden. Es soll im nördlichen Bereich des Friedhofsgeländes angelegt werden. Damit Angehörige Blumen ablegen oder Kerzen aufstellen können, soll das Grabfeld eine 1,2 mal 1,4 Meter große Steinplatte erhalten. Die Stadtverwaltung schätzt, dass es etwa 36.000 Euro kosten wird, das Grabfeld anzulegen. Im Haushalt stehen 130.000 Euro dafür zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

Nach der grundsätzlichen Zustimmung des Gemeinderats müssen nun noch Einzelheiten geklärt werden, etwa welche Gebühr für eine Bestattung berechnet oder ob eine Gärtnerei mit der Pflege der Anlage beauftragt wird. Stadtrat Bruno Sonnenmoser (FW) machte darauf aufmerksam, dass in der Bevölkerung der Wunsch vorhanden sei, das neue Bestattungsangebot bald auch auch auf den Friedhöfen Luttingen und Hochsal umzusetzen. Jürgen Weber (Grüne) erinnerte daran, dass auf dem Waldfriedhof auch eine Blumenwiese angelegt werden soll. Gabriele Schäuble (FW) erkundigte sich, ob auch unter den Bäumen Gräber angelegt werden könnten. Dies sei wegen einer möglichen Beschädigung der Wurzeln nicht möglich, so Krieger. Michaela López Dominguez (FW) wünscht sich, dass auf dem Friedhof auch einer Erinnerungsstätte für Sternenkinder geschaffen wird.

Der Friedhofskommission gehören neben Bürgermeister Krieger an: Manuela Pfister (FW), Bruno Sonnenmoser (FW), Frank Dittmar (CDU), Raimund Huber (Grüne), Robert Terbeck (SPD) sowie als beratende Mitglieder Roland Indlekofer und Heike Jüngst.