Obwohl ein Abenteuer für das Ehepaar, gehen die Beiden sehr besonnen vor. „Wir sind keine Auswanderer, die ihre Job kündigen und irgendwohin versuchen, sich eine Existenz aufzubauen“, sagt der 41-Jährige. Denn vorerst werden beide ihre Jobs behalten und die Gaststätte künftig in ihrer Freizeit bewirten. „Das muss sich alles erst entwickeln“, sagt Komposch. „Und schauen wohin die Reise geht“.

Ära geht zu Ende

Noch bis Ende November wird die Gaststätte mit Nebenraum und 90 Sitzplätzen von Erika Eschbach bewirtet. Danach ist Schluss und die Gaststätte bleibt vorerst geschlossen. Und mit der vorübergehenden Schließung, geht in Rotzel auch eine Ära zu Ende. Denn seit 100 Jahren war die Gaststätte im Besitz der Familie Eschbach. 50 Jahre davon hat sie Erika Eschbach mit ihrer Familie betrieben. Noch überwiegt das lachende Auge bei ihr. Denn die Landwirtschaft, die Feriengäste und der Gasthof ließen kaum Zeit für anderes. Eine Herausforderung, die Sascha und Nadine Komposch nicht scheuen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die drei Monate, in der das Gasthaus geschlossen bleibt, nutzt das Paar für einen Umbau im Dachgeschoss. Das Haus, in dem Sascha und Nadine Kompsch mit ihren drei Kindern bisher gelebt hat, ist verkauft und im Dachgeschoss soll jetzt die neue Wohnung entstehen. Gleichzeitig wird der Gastraum etwas umgestaltet und die Küche modernisiert. Weiter gibt es im Haus auch vier Pensionszimmer, die ebenfalls etwas aufgehübscht und danach weiter vermietet werden sollen.

Sascha Komposch geht das Vorhaben nicht unbedarft an. Er selbst stammt aus Laufenburg, seine Frau ist in Rotzel geboren und aufgewachsen. Sie kennen die Leute um sich herum und die Leute kennen sie. Und darum ist sich das Paar auch der Tradition und der Bedeutung der „Sonne“ in Rotzel als Treffpunkt für die Bewohner bewusst. „Wir werden diese Traditionen weiter pflegen“, sagt Sascha Komposch.

Zwar werden sich die Öffnungszeiten zumindest vorerst auf den Abend und auf die Wochenenden beschränken. „Wir wollen aber den Stammtisch im Dorf weiter erhalten“. Die „Sonne“ soll auch weiterhin der Treffpunkt im Dorf bleiben, es sind aber auch weitere Veranstaltungen geplant.

Gaststätte nur gegen Rezept

Auf der Speisekarte wird es vorerst nur wenige Gerichte geben. Aber ganz oben steht dann der Wurstsalat mit der Soße von Erika Eschbach. „Wir haben ihr gesagt, das wir die Gaststätte nur mit dem Rezept für die Salatsoße kaufen werden“, schmunzelt Komposch. Denn Erika Eschbach ist bekannt für ihren Wurstsalat. Für die anderen Gerichte hat Sascha Komposch den Cateringservice seines Vaters im Hintergrund. Jetzt freut sich das Paar auf ihre neue Aufgabe, auf das Abenteuer. „Wir müssen uns momentan bremsen, denn wir sind in Aufbruchstimmung und freuen uns darauf.“

Das könnte Sie auch interessieren