Mittlerweile fünf vor dem Krieg geflüchtete Nachwuchssportlerinnen aus der Ukraine betreut der TV Laufenburg in seiner Abteilung Rhythmische Sportgymnastik (RSG). In der Ukraine betreiben äußerst viele Mädchen diesen Sport.

Nach Ausbruch des russischen Angriffskrieges war für alle Vereine in Deutschland, die RSG betreiben, absehbar, dass bei ihnen über kurz oder lang geflüchtete Gymnastinnen vor ihrer Hallentür stehen würden.

Deshalb war die RSG-Abteilung im TV Laufenburg mit ihrer ebenso engagierten wie erfahrenen Leiterin Traudel Glökler darauf vorbereitet, dass die eine oder andere ukrainische Gymnastin beim TV Laufenburg anklopfen würde. Dies war bereits Anfang März der Fall, als mit der neunjährigen Veronika „Nika“ Avtsynova und der achtjährigen Katja Kulakova zwei kleine Mädchen sich vorstellten (wir berichteten).

Erster Wettkampf für den TV Laufenburg

Sie waren aus Charkiev geflüchtet, mittlerweile in Riedern am Sand untergekommen und über einen Lehrer an die RSG Laufenburg vermittelt worden. „Während Nika ein bereits mehrjähriges intensives Training mit Schulreduzierung hinter sich hatte, kam Katja ursprünglich vom Pole-Dance, hat sich jedoch sogleich sehr gut in die Gruppe eingefügt und bereits ihren ersten RSG-Wettkampf absolviert“, erklärt Traudel Glökler.

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Beide Mädchen sind mittlerweile mit ihren Müttern und Großmüttern nach Laufenburg beziehungsweise Murg gezogen, von wo aus sie das Training sehr viel besser besuchen können als von Riedern.

Nur drei Wochen später kam mit der 13-jährigen Elizabeth „Liza“ Solomonyuk eine weitere Gymnastin zum TV Laufenburg. Die aus Kiew Geflüchtete wohnt zwar bei Basel, fand jedoch über die Chefin der Mutter einer Gymnastin den Weg ebenfalls nach Laufenburg.

Mitte Juni hat dann die Laufenburger RSG mit den Schwestern Eva (14 Jahre) und Lada (elf Jahre) Margarit nochmals ukrainischen Zuwachs bekommen. Sie stammen aus Odessa und sind über Bulgarien nach Deutschland geflüchtet, wo sie nun in Waldshut vorerst wohnen und die Mutter bereits Arbeit gefunden hat.

Lada und Eva Margarit, Nika Avtsynova und Katja Kulakova (von links).
Lada und Eva Margarit, Nika Avtsynova und Katja Kulakova (von links). | Bild: TV Laufenburg

„Die Mädchen fühlen sich augenscheinlich bei uns hier sehr wohl und sind durch das doch häufigere Training auch etwas von den Dingen, welche sie erlebt haben, abgelenkt“, so die Trainerin. Die Verständigung klappe soweit ganz gut, da die Balletttrainerin ursprünglich aus der Ukraine stammt und zwei weitere Helferinnen sowie ein Großteil der Abteilungsmitglieder ukrainischen oder russischen Migrationshintergrund haben.

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Mit Englisch könne man sich ebenfalls gut behelfen. Zudem würden die Mädchen in der Schule die deutsche Sprache lernen, weiß Traudel Glökler.

Einige der Neuzugänge haben bereits Wettkämpfe hier absolviert und werden im Herbst bei den anstehenden Freundschaftswettkämpfen teilnehmen, so ist jedenfalls der Plan der RSG-Leiterin, die in den talentierten Ukrainerinnen durchaus eine Verstärkung sieht.