Der Hunger auf Kultur ist nach wie vor groß, auch oder gerade in Zeiten von Corona. Haben die Vorkehrungen zur Pandemie-Bekämpfung gerade Künstler und die gesamte Branche getroffen, die von und mit Kultur lebt, weil allenthalben Veranstaltungen aufgrund von Schutzrichtlinien und Sicherheitsbedenken abgesagt werden mussten, will der Kulturausschuss beider Laufenburg den Menschen in der Region zumindest einen kleinen Appetitstiller servieren und die beliebte Veranstaltungsreihe „Fließende Grenzen“ in abgespeckter Form durchführen.

„Das ist nicht als Ersatz gedacht, sondern soll zum Ausdruck bringen, dass die Veranstalter dem Virus zum Trotz, noch da sind, dass wir ein solidarisches Zeichen für die Künstler setzen wollen und dass wir unterstreichen wollen, dass Menschen Hunger nach Kultur haben“, betont die Kulturausschuss-Vorsitzende Renata Vogt. Insofern bietet das Programm, das zwischen dem 1. und 16. August zu sehen sein wird einen kurzweiligen Querschnitt aus Musik, Kleinkunst und außergewöhnlichem Überraschungsevent.

Letzteres kommt am Freitag, 7. August, in Form eines „Blind-Dates Kultur“ daher. Dabei gibt es zwischen 18 und 24 Uhr ganze 96 kulturelle Überraschungsveranstaltungen – jeweils als intimes, zehnminütiges Vier-Augen-Treffen zwischen einem Gast und einem Künstler. Ein prickelndes Vergnügen ist auf jeden Fall garantiert. Denn: Der Ablauf des Treffens ist absolut individuell, der Künstler entscheidet spontan, wie er sein Gegenüber unterhält. Gleichwohl gelten für jedes Tête-a-Tête strenge Regeln: Der Gast muss sich mit seiner Wunsch-Uhrzeit anmelden und erhält dann einen Veranstaltungsort, an dem er sich einfinden muss. Für die Kommunikation ist allein der Künstler zuständig. Ein Gastgeber sorgt für die Einhaltung der geltenden Spielregeln.

Filigran: Das Duo Natalia Dauer (Cello) und Julia Pleninger (Piano) eröffnet die Reihe mit sommerlich leichter Klassik in der Codman-Anlage.
Filigran: Das Duo Natalia Dauer (Cello) und Julia Pleninger (Piano) eröffnet die Reihe mit sommerlich leichter Klassik in der Codman-Anlage. | Bild: privat

Hochkarätige Musik gibt es zum Auftakt der Reihe am Samstag, 1. August: Cellistin Natalia Dauer und die Pianistin Julia Pleninger bieten ab 19 Uhr in der Codman-Anlage einen „Klassischen Sommerabend im Duo“. Zu hören sind unter anderem Werke von Debussy, Dvorak aber auch Filmmusik.

Tags darauf, am 2. August, steigt an gleicher Stelle unter dem Motto „Corona Cabaret“ um 11 Uhr ein Kabarett-Frühschoppen mit Holger Paetz. Und der Titel ist gewissermaßen auch Programm, denn kommt man in diesen Zeiten überhaupt an diesem Groß-Thema vorbei, das alles überschattet? Aber wie schön ist es doch, wenn Skandale oder andere Vorkommnisse aus dem Corona-Schleier hervorbrechen.

Aber auch die Schweizer Seite kommt bei dem Veranstaltungsprogramm zu ihrem Recht. Hier wird die Badstube zur Corona-konformen Veranstaltungsörtlichkeit unter freiem Himmel umfunktioniert. Am Samstag, 15. August, um 19 Uhr wird dort das Folk-Trio Hinterwäldler gemeinsam mit der Sängerin Sonja Wunderlin zu hören sein. Die drei Musiker haben sich auf Folkmusik spezialisiert, wie man sie aus dem mittleren Westen der USA kennt, verpassen dem Ganzen aber ihre eigene eidgenössische Note.

Zum Abschluss werden schließlich „Jensyts“ am Sonntag, 16. August, um 11 Uhr auf einen Streifzug durch die Sagenwelt des Mittelalters einladen. Dabei wird Andreas Sommer Geschichten zum Besten geben. Die Gruppe Schellmery steuert dazu die passende, originalgetreue Musik bei.

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