Am 26. Juni brachte der SÜDKURIER einen Artikel über die Flößerei in Laufenburg und über die Stellen, an denen die Flöße vor dem Laufen aufgebunden und nach der Enge wieder zusammengebunden wurden. Dazu und zu den Namen der Flurstücke hatten Dieter Deiss und Rudolf Lüscher lebenswerte Überlegungen angestellt. Zum Schluss wurde mitgeteilt, man hätte die Flöße beim Sennhof an Land gebracht und um die Stadt herumgefahren, wie man das auch mit dem Lastgut der Weidlinge machte. Dem muss widersprochen werden.

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Für die Flöße war Endstation in Gießen beim heutigen Sennhof. Sie werden aufgelöst und die Stämme schwammen einzeln durch den Laufen, wobei die Gefahr bestand, dass sie an den Felsenrändern oder an der Roten Fluh, die sich mitten im Wasser erhob, beschädigt werden. Unten am Schäffigen, aber auch in Rhina und Murg, durften die Stämme angelandet werden. Dann mussten sie erneut zusammengebunden werden, wobei man aus drei aufgelösten Flößen in der Regel zwei größere machte.

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Das Auffangen der Stämme mit ihren kleinen Weidlingen war das alleinige Recht der Schiffsmeister und Laufenknechte. Die Stämme waren mit den Zeichen der Händler markiert – durch Hiebe und Brandmerkmale – und konnten so geordnet und zusammengebunden werden. Dabei brauchten vier Flößer einen Tag lang. Außen war die Streiftanne befestigt, oben drüber drei bis vier Querhölzer gelegt. Die Wassertiefe durfte nicht mehr als zwei Schuh betragen, ungefähr 60 Zentimeter. Als Oblast wurden Bretter und Waren geladen, es konnten auch Personen mitfahren.

Blütezeit der Flößerei

Die Blütezeit der Flößerei am Hochrhein war im 19. Jahrhundert. Um 1825 zählte man jährlich 700 Flöße, um 1870 waren es 2500, das Holz stammte zu 90 Prozent aus der Schweiz. Der Höchststand war 1866 mit 4251 Flößen erreicht, 25 Jahre später waren es gerade noch 500. 1927 erreichte das letzte Floß Basel. Es wäre unmöglich gewesen, diese Mengen an Stämmen von bis zu 20 Meter Länge auf dem Landwege um Laufenburg zu transportieren.

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