Die Corona-Pandemie könnte die Stadt Laufenburg dieses Jahr zwischen 3 und 5 Millionen Euro kosten. Diese Zahl nannte Kämmerin Andrea Tröndle am Montag im Gemeinderat, der in der Möslehalle Luttingen zur ersten öffentlichen Sitzung seit Anfang März zusammengekommen war. Laut Tröndle summierten sich die Einnahmeausfälle der Stadt allein bis Mai auf 1,2 Millionen Euro. Liquiditätsengpässe sind nicht auszuschließen, so die Kämmerin. Die Finanzierung aller größeren kommunalen Investitionen sei zum jetzigen Stand aber gesichert, erklärte Bürgermeister Ulrich Krieger.

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den kommunalen Haushalt würden weitreichender sein als die der Finanzkrise 2009/2010, erklärte Tröndle. Es sei mit Einbußen bei Steuereinnahmen zu rechnen, mit negative Auswirkungen über den kommunalen Finanzausgleich und mit Rückgängen bei Gebühren und Beiträgen, gleichzeitig entstünden zusätzliche Belastungen durch die Umsetzung der Corona-Vorschriften.

Bei der Gewerbesteuer hätten bisher 40 Betriebe ihre Vorauszahlung auf null reduziert, was die Stadt 690.000 Euro koste, so die Kämmerin. Landesweit gingen Schätzungen von einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen um 30 Prozent aus. Der Anteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer liege in Laufenburg bereits um 600.000 Euro niedriger als veranschlagt, aus dem Finanzausgleich seien 620.000 Euro weniger zu erwarten. Die Stadt werde ihre finanziellen Reserven angreifen müssen, sagte der Bürgermeister. „Aber wir haben wenigstens Reserven.“

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Der Bürgermeister wiederholte seine Einschätzung, die er bereits im Interview mit unserer Zeitung gemacht hatte, dass sich die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen erst in zwei Jahren beziffern ließen. Die Finanzierung der größeren Investitionen sei bisher aber nicht in Gefahr. Probleme könne es aber bei der Finanzierung der laufenden Ausgaben geben, von denen die Stadt in den vergangenen Jahren immer mehr zugewiesen bekommen habe.

Weitere Berichte zum Stand in Sachen Corona erstatteten Ordnungsamtsleiterin Martina Bögle und Hauptamtsleiterin Carina Walenciak. Sie bilden seit 12. März zusammen mit dem Bürgermeister sowie gegebenenfalls weiteren Amts- und Betriebsleitern den kommunalen Corona-Krisenstab. In Laufenburg hätten sich 34 Personen mit dem Virus infiziert. „Nur in Hauenstein und Stadenhausen gab es keine Fälle, alle anderen Stadtteile waren betroffen“, so Bögle. Aktuell seien keine Erkrankten bekannt. In Laufenburg hätten „einige Todesfälle“ verzeichnet werden müssen, erklärte der Bürgermeister, der aber die genaue Zahl nicht nannte. Nach Krankheitsfällen liege die Stadt hinter Waldshut-Tiengen im Landkreis an zweiter Stelle.

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39 Verordnungen und Änderungsvorschriften des Landes zu Corona habe die Stadtverwaltung seit Anfang März umsetzen müssen, sagte Bögle. Die Schließung sei dabei einfacher zu handhaben gewesen als die schrittweise Wiederöffnung. Denn für die Beteiligten sei nicht immer sofort eindeutig erkennbar, was erlaubt sei und was nicht. Zur Verwirrung trügen auch übergeordneten Instanzen bei, beklagten die Ordnungsamtsleiterin und der Bürgermeister. Denn es würden in Berlin oder Stuttgart Lockerungen verkündet, ohne dass klar sei, wie genau diese umgesetzt werden sollten. Allein zur Regelung von Beerdigungen seien sieben Vorschriften erlassen worden, so Krieger.

Das Managen der Corona-Krise an den Kindergärten und Schulen sei besonders schwierig gewesen, sagte Bürgermeister Krieger. Sie wurden am 17. März geschlossen. Zunächst sei eine Notbetreuung organisiert worden, die schrittweise ausgeweitet worden sei, berichtete Hauptamtsleiterin Walenciak. Seit Montag stünden an den Laufenburger Kindergärten wieder 116 Betreuungsplätze zur Verfügung, sagte sie. Bei 62 Kindern verzichteten deren Eltern auf die Inanspruchnahme eines Betreuungsplatzes. Alle anderen Kinder, für die kein Anspruch auf Notbetreuung besteht, könnten den Kindergarten rollierend besuchen. Walenciak: „Wir haben hier für jeden Kindergarten eine Individuelle Lösung gefunden.“ Da allerdings 15 von 59 Erzieherinnen gesundheitlichen Risikogruppen angehörten und keine Kinder betreuen dürften, bestünden bei Krankheitsfällen keine personellen Reserven mehr. Offen sei noch die Frage, was die Schließung der Kindergärten für die Elterngebühren bedeute.

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Ein großes Lob gab es von Walenciak und Krieger für die Schulen. Das Corona-Konzept der Hans-Thoma-Schule sei sogar als Musterbeispiel für andere Schulen im Kreis herangezogen worden, sagte die Hauptamtsleiterin.