Die Sozialstation Heilig Geist Laufenburg und die Caritas-Sozialstationen Hochrhein in Waldshut arbeiten enger zusammen. Zunächst probeweise übernimmt die Caritas 2021 die Geschäftsführung auch der Laufenburger Sozialstation, deren bisheriger Geschäftsführer Gebhard Renner diese Aufgabe zum Jahresende abgibt. Die Laufenburger Sozialstation bleibt selbständig, doch besteht auch die Möglichkeit, dass sie in den Caritas-Sozialstationen Hochrhein aufgeht. Der Standort Hochsal aber soll auf jeden Fall erhalten bleiben.

Die rund 50 Beschäftigten der Sozialstation Heilig Geist pflegen in den Städten und Gemeinden Laufenburg, Murg, Albbruck und Dogern ambulant rund 250 alte und kranke Menschen, außerdem beraten sie die pflegenden Angehörigen von über 100 weiteren Personen. Jährlich machen die Mitarbeiter der Sozialstation dabei 75.000 Hausbesuche. Als Einsatzzentrale dient seit 2012 der Pfarrhof in Hochsal.

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Die Sozialstation Heilig Geist besteht seit 1978. Sie wurde gegründet von neun damals bestehenden katholischen Pfarrgemeinden, die inzwischen in den drei Seelsorgeeinheiten Laufenburg/Albbruck, Bad Säckingen/Murg und Mittlerer Hochrhein als Träger aufgegangen sind. Die evangelischen Kirchengemeinden und die politischen Gemeinden im Einsatzgebiet der Sozialstation tragen etwaige Verluste mit. Anders als die fünf Sozialstationen St. Blasien, Bonndorf, Waldshut, Bad Säckingen und Rheinfelden beteiligte sich die Sozialstation Laufenburg 2012 nicht am Zusammenschluss zu den Caritas-Sozialstationen Hochrhein.

Das könnte jetzt anders werden. Der inzwischen 70-jährige Gebhard Renner aus Dogern, der 2009 die Geschäftsführung der Sozialstation übernommen hatte, hat gegenüber deren Leitungsgremien angekündigt, dass er zum Jahresende aus Altersgründen ausscheiden möchte. Offiziell ist Renner in Teilzeit beschäftigt, doch reicht dieses Deputat schon lange nicht mehr aus. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich seit 2009 verdoppelt, dies und andere Entwicklungen bewirkten eine deutliche Ausweitung der Anforderungen an die Geschäftsführung.

Träger billigen Vertrag mit Caritas-Sozialstationen

Wie Renner auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, haben die Vorstände der Sozialstation Heilig Geist und die Aufsichtsräte der Caritas-Sozialstationen Hochrhein in den vergangenen Monaten Verhandlungen geführt und für das Jahr 2021 einen Geschäftsbesorgungsvertrag vereinbart. Dieser sei am 21. Oktober in der Mitgliederversammlung der Sozialstation Heilig Geist von den Vertretern der Kirchengemeinden einstimmig genehmigt worden. Gemeinsam mit Rolf Steinegger, dem Geschäftsführer der Caritas-Sozialstationen Hochrhein, führe er derzeit ein Bewerbungsverfahren durch, um eine Person zu gewinnen, die die Geschäftsführung der Sozialstation Heilig Geist operativ wahrnehmen werde.

Nichts ändern soll sich für die Kunden der Sozialstation. „Alle Verträge gelten weiter. Sogar die alten Kontoverbindungen bleiben bestehen“, versichert Steinegger. Insbesondere werde wie bisher die praktische Arbeit von Hochsal aus geleistet, ergänzt Renner. „Es entspricht der Philosophie der Sozialstationen, die Nähe zu den Menschen im Betreuungsgebiet beizubehalten.“ Andererseit erleichtere die neue Regelung die Kooperation zwischen den Sozialstationen.

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Die Sozialstation Heilig Geist soll ihre Eigenständigkeit zumindest vorläufig behalten. Frühestens zum 1. Januar 2022 könnten die Träger darüber entscheiden, ob sie in den Caritas-Sozialstationen Hochrhein aufgehen soll. Zwischen beiden Einrichtungen gibt es bereits enge Verbindungen. So sind die Seelsorgeeinheiten Bad Säckingen/Murg und Mittlerer Hochrhein nicht sowohl Träger der Sozialstation Heilig Geist, mittelbar über einen Verein aber auch der Caritas-Sozialstationen.

Die fünf Caritas-Sozialstationen in Waldshut, Bad Säckingen, Rheinfelden, Bonndorf und St. Blasien beschäftigen rund 400 Mitarbeiter auf 200 Vollzeitstellen. Sie unternahmen 2019 rund 550.000 Hausbesuche, pflegten 2050 Patienten und berieten 400 weitere.

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