Das Theater Wiwa setzt wieder auf ein Kriminalstück. Die 31. Produktion heißt „Gefährliches Wochenende“ und so soll sie auf der Bühne in der Kultschüür auch wirken: unvorhersehbar, spannend und eben gefährlich, allerdings nicht für das Publikum, sondern für die Hauptperson, eine britische Kriminalautorin, der möglicherweise nach dem Leben getrachtet wird. Gespielt wird sie von Katharina Theurer, einer jungen Schauspielerin, die seit langem zum hauseigenen Theaterensemble gehört.

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Katharina Theurer teilt die Bühne mit vier weiteren Akteurinnen: Christel Imhof, Brigitte Vogel, Christine Vogler und Petra Sonder. Auch sie mischen schon lange im Theater Wiwa mit, bringen also reichlich Bühnenerfahrung mit. Auf den ersten Blick sieht es nach einem reinen Frauenstück aus wie schon bei „Acht Frauen“ vor vier Jahren. Das stimmt aber nur, was die Handlung auf der Bühne betrifft, klärt Regisseur Martin Willi auf. Denn auf der Empore nehmen vier weitere Personen Platz: Roland Dinkel, Regina Erhard, Kelly Schnetzler und Martin Willi selbst. Ihr Job: telefonieren. Denn das Telefon bildet einen wesentlichen Bestandteil des Kriminalstücks „Gefährliches Wochenende“. Das wird schon in der ersten Szene deutlich, in der es zwei Mal klingelt – und das ist erst der Anfang.

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Neun Schauspielerinnen und Schauspieler also, fünf davon direkt vor den Augen des Publikums, vier über dessen Köpfen, auch sie sichtbar – eine ungewöhnliche räumliche Trennung in einem Stück, das weitgehend vom Dialog lebt. In dem es viele persönliche Verstrickungen und Differenzen gibt. Und in dem viele seltsame Dinge passieren. „Es ist wie ein Katz- und Mausspiel“, findet Martin Willi. Geschrieben hat das Stück Glyn Jones, geboren in Durban, Südafrika, später in London daheim. Die deutsche Fassung stammt von Gottfried Greiffenhagen und Raymund Richter. Martin Willi hat das Stück selbst ausgesucht. Sein Kriterium: Es muss ihn beim Lesen packen. Wenn er es nicht zur Seite legt, hat es gewonnen. Was die Aufführung betrifft, musste Willi jedoch eine Menge Geduld aufbringen. Denn „Gefährliches Wochenende“ war ursprünglich für die letztjährige Theatersaison vorgesehen. Einen Tag vor der Pressevorstellung kam die Absage.

Eine ewige Probenarbeit

Corona machte Martin Willi und seinem Ensemble einen dicken Strich durch die Rechnung. Das Proben war für die Katz, dann wurde der Kultschüür-Betrieb für ein halbes Jahr vollständig auf Eis gelegt. Erst am 1. Mai 2021 ging es wieder weiter. Diesen Sommer wurde die Probearbeit wieder aufgenommen, nach zwei Wechseln im Ensemble. „Wir hatten eine ewige Probezeit“, blickt Martin Willi zurück, „aber es hat uns nie ermüdet“. Nun ist er frohen Mutes, dass es mit den geplanten elf Aufführungen – die Premiere ist am Samstag, 20. November – klappt. Im Moment gilt die 3G-Regel (genesen, getestet, geimpft) mit Zertifikat. „Lieber so als gar nicht“, meint Martin Willi.