Wie ist derzeit das Leben in der französischen Partnerstadt? Das fragen sich viele Laufenburger. Torsten Amann, Vorsitzender des deutsch-französichen Freundeskreises Laufenburg – Le Croisic, hält Kontakt mit den Freunden in der Partnerstadt. Sie berichten ihm regelmäßig von dort und Torsten Amann informiert in einer Mitteilung jetzt die Laufenburger Öffentlichkeit. Es zeigt sich, dass die Regeln wegen der Corona-Pandemie in Frankreich noch schärfer sind als in Deutschland.

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In der französischen Partnerstadt Le Croisic mit 4600 Einwohnern in der Bretagne seien die Regeln sehr sehr streng, sagt Amann. Die Verunsicherung und Angst sei groß. Geschäfte, Restaurants , Schulen, Kindergarten, öffentliche Gebäude und Versammlungsstätten seien geschlossen. Alle Veranstaltungen, Kulturereignisse, Konzerte und auch der Carnaval Ende April seien abgesagt worden. Zurzeit sei es auch nicht möglich, dorthin zu reisen. Nach Ostern sei eigentlich ein privater Besuch in der Partnerstadt geplant gewesen.

Obwohl das Wetter momentan sehr schön sei und in der Regel immer viele Tagesausflüger Le Croisic besuchen, sei die Hafenpromenade menschenleer. Nur Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Zeitungs- und Tabakläden sowie Banken hätten geöffnet.

Vieles ist lahmgelegt

Der Bahnhof sei geschlossen, Züge fahren vorerst nicht mehr bis nach Le Croisic. Die Strände und Wege an der Küste seien gesperrt. Die Strände in La Baule und die benachbarten Küsten würden mit dem Helikopter überwacht. Der Fischereibetrieb der Berufsfischer, inklusive Fischhalle, laufe weiter, aber private Ausfahrten mit dem Boot aus dem Hafen seien verboten. Der Wochenmarkt am Donnerstag auf dem Place Dinan dürfe unter verschärften Bedingungen abgehalten werden.

Seit 17. März gelte eine landesweite Ausgangssperre. Wer seine Wohnung oder das Haus verlassen will, um zu Arbeiten oder Besorgungen zu erledigen, brauche einen Passierschein, eine Attestation de Déplacement Dérogatoire, die täglich neu und persönlich ausgefüllt werden müsse.

Der Passierschein zusammen mit dem Personalausweis berechtige zum Beispiel dazu, sich eine Stunde alleine mit dem nötigen Abstand draußen aufzuhalten im maximalen Umkreis von einem Kilometer. Falls diese Anweisungen nicht eingehalten werden, gebe es Strafen von 135 Euro aufwärts.

Städter sind in Ferienwohnungen

Das Wochenende vor der Bekanntmachung der Ausgangssperre hätten noch viele Personen aus dem Großraum Paris genutzt, um aus ihren kleinen Appartements auf das Land oder ans Meer in Ferienwohnungen zu flüchten. Man schätze, dass sich jetzt circa 150.000 bis 200.000 zusätzliche Personen im Departement Loire Atlantique aufhalten. Der Prefekt habe darauf hingewiesen, dass sich dieser Personenkreis nicht wie in den normalen Ferien verhalten dürfe.

Appell an die Bevölkerung

„Retten Sie Leben, bleiben Sie zu Hause“, rufe die Stadt Le Croisic ihre Bürger zur Solidarität in der jetzigen Krise auf. Die Stadt unterstütze dabei auch ihre Bürger mit Hilfsaktionen wie zum Beispiel Mahlzeiten, die nach Hause gebracht werden, oder es versammelten sich die Menschen abends um 20 Uhr auf den Balkonen und an Fenstern, um den Arbeitskräften mit Applaus zu danken, die das tägliche Leben und das Gesellschaftssystem aufrechterhalten.

Die Pfleger, Krankenschwestern und alle Arbeitskräfte die im Gesundheitssystem arbeiten, hätten die Berechtigung, von 7 bis 9 Uhr ihre täglichen notwendigen Einkäufe zu erledigen, auch um die Ansteckungsgefahr durch geringe soziale Kontakte zu senken. Andere Personen dürften in dieser Zeit keine Einkäufe erledigen

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