Der Vertrag über die nächsten Planungsphasen für die Elektrifizierung der Hochrheinbahn wird am 6. September in Laufenburg unterzeichnet. Dies teilte am Dienstag das Landratsamt Waldshut mit. "Das Projekt ist grenzüberschreitend, wird die Zukunft unserer gemeinsamen Region mitprägen und ist ein gutes Beispiel für eine harmonische grenzüberschreitende Zusammenarbeit", erklärt der Waldshuter Landrat Martin Kistler. Deshalb sei die Grenzstadt Laufenburg als Ort für die Vertragsunterzeichnung ausgewählt worden.

Seit vielen Jahren schon verhandeln Schweizer und Deutsche über die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke. Die von der Deutschen Bahn betriebene 75 Kilometer lange Linie verbindet auch die beiden Schweizer Kantonshauptstädte Basel und Schaffhausen miteinander, weshalb nach deutscher Auffassung die Schweizer Seite einen nicht unerheblichen Teil der Kosten für das Investitionsprojekt tragen sollte.

2012 war das Projekt mit Kosten von gut 160 Millionen Euro veranschlagt worden. Bis zu 60 Prozent könnte die Bundesrepublik Deutschland finanzieren. Den Rest könnten auf Schweizer Seite die Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen, die Agglo Basel sowie auf deutscher das Land Baden-Württemberg, die Landkreise Lörrach und Waldshut und der Regionalverband Hochrhein-Bodensee schultern.

"Mit der Unterschrift unter den Planungsvertrag für die Planungsphase drei und vier wird ein neues Kapitel eingeleitet, um die Planung damit abzuschließen (Planfeststellung) und in wenigen Jahren in die Bauphase eintreten zu können", macht Landrat Kistler die Bedeutung der Vereinbarung deutlich. Er nennt die Unterzeichnung einen "neuen Meilenstein" für die Verwirklichung des grenzüberschreitenden Projekts. Phase drei umfasst die Entwurfsplanung, Phase vier die Genehmigungs- und Eingabeplanung.

Für den Hochrhein würde eine Elektrifizierung eine wesentliche Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots ermöglichen. Angedacht ist unter anderem ein Halbstundentakt für den Interregio-Express (IRE). Dies böte auch die Möglichkeit einen zusätzlichen IRE-Halt einzurichten. Zu den Städten, die hierfür Interesse bekunden, gehört auch Laufenburg, das 2001 seinen IRE-Halt an Tiengen verlor.