Der Verkehr nahm an der letzten Sitzung des Laufenburger Gemeinderats vor der Sommerpause viel Raum ein. Bürgermeister Ulrich Krieger und die Leiterin des Ordnungsamtes, Martina Bögle, präsentierten die Ergebnisse der Verkehrsschau, die Mitte April stattgefunden hatte. Generell ist das Straßenverkehrsamt des Kreises für verkehrstechnische Maßnahmen zuständig. Doch das Landratsamt kann die Entscheidung über einzelne Themen auch dem Gemeinderat überlassen. Welche Anliegen bei der letzten Verkehrsschau zur Sprache kamen und was sich nun alles ändert:

  • Ampel soll in Rhina Fußgänger zählen: Der Gemeinderat hat die Stadtverwaltung einstimmig damit beauftragt, eine Testampel für Rhina zu beantragen. Mit der Ampel soll die Fußgängerfrequenz im Bereich der Bushaltestelle beim „Salmen“ ermittelt werden. Bisher scheiterten Anträge aus dem Gemeinderat, dort einen Zebrastreifen oder eine Ampel zu installieren. Das Straßenverkehrsamt hat dies bisher mit der Begründung abgelehnt, dafür seien die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt. Denn für einen Zebrastreifen müssen in der Spitzenstunde mindestens 200 bis 300 Fahrzeuge vorbeifahren und gleichzeitig 50 bis 100 Personen die Straße überqueren.
Bild: Stach, Maxi
  • Neues Schild für verwirrte Radfahrer beim Parkhaus Rheinterrasse: Vor der Zufahrt in die Altstadt steht bei der Rheinterrasse ein Sackgasse-Schild. Dieses sorgt anscheinend für Verwirrung: Immer wieder fahren Radfahrer in das Parkhaus Rheinterrasse rein, da sie aufgrund der Beschilderung davon ausgehen, die Zufahrt zur Altstadt gehe nicht mehr weiter. Nun soll dort das Zeichen „Für Radverkehr durchlässige Sackgasse“ angebracht werden und die Zufahrt mit einer durchgängigen Blocklinie markiert werden. Auch wenn der Gemeinderat über diese Maßnahmen nicht entscheiden konnte, fand Jürgen Weber von den Grünen: „Das ist die falscheste Lösung, die man machen kann. Die Querlinie gehört auf die Hauptstraße und nicht vor das Parkhaus.“ Webers Parteikollege Raimund Huber wiederum sagte, das gesamte Verkehrskonzept in der Altstadt müsse überdacht werden. Vor allem im Sommer gebe es einen großen „Parkplatzsuchverkehr“ und viele hielten sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Bürgermeister Krieger verwies darauf, dass laut Landratsamt Geschwindigkeitsmessungen in der Hauptstraße nicht möglich sind, da diese zu eng ist.
Bild: Stach, Maxi
  • Neue Markierungen in der Grunholzer Straße: In der Grunholzer Straße in der Laufenburger Oststadt wird offenbar die geltende Rechts-vor-Links-Regelungen häufig nicht eingehalten und zu schnell gefahren. Jetzt sollen dort verbesserte Boden-Markierungen angebracht werden – zur Einhaltung von Tempo 30 und der Vortrittsregelungen. Dabei soll auch das einzeilige Pflasterband in den Straßeneinmündungen entfernt werden. Dies wird jedoch zurückgestellt, da die Straße laut Stadtverwaltung mittelfristig sowieso saniert wird.
  • Blumenkübel im Neubaugebiet „Westlich Schreiebach“: Selbst entscheiden konnte der Gemeinderat, ob im Neubaugebiet „Westlich Schreiebach“ in Rhina der Verkehr durch einen Blumenkübel am Übergang von der Jahnstraße zur Albert-Wasmer-Straße beruhigt werden soll. Einstimmig beschloss das Gremium, dass die Verwaltung die nötige Anordnung beim Straßenverkehrsamt für einen solchen Blumenkübel beantragen solle.
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  • Neue Bushaltestelle Binzgen-Kreisverkehr: Die SBG SüdbadenBus GmbH hatte beantragt, zwei Bushaltestellen beim Binzgen-Kreisverkehr für die Linie Laufenburg-Niederhof-Hänner zu errichten. Der neue Halt „Binzgen, Kreisverkehr“ wurde genehmigt und wird seit dem 1. August bedient. Auf der Laufenburger und der Murger Seite des Kreisels entstand jeweils eine Haltestelle.
  • Keine Lösung für Park-Problem auf dem ehemaligen Maurer-Areal: Immer wieder kommt es auf dem ehemaligen Maurer-Areal laut Protokoll der Verkehrsschau zu „Problemen mit der Parkordnung, sowohl hinsichtlich Parkordnung als auch Parkrichtung und Missachtung des Zufahrtsbereiches“. Inzwischen sind aber laut Straßenverkehrsamt alle Möglichkeiten für „ein geordnetes Parkverhalten“ ausgeschöpft, etwa Haltverbotsmarkierungen, Piktogramme zum Verdeutlichen des Gehweges oder die Beschilderung und Markierung von Parkplätzen. Die Behörde könne keine weiteren Maßnahmen mehr anordnen und schlage dem Gemeinderat deshalb vor, das Parkverhalten weiter zu beobachten.
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  • Kein Zebrastreifen im Bereich Le-Croisic-Straße/Rappensteinstraße: Aus den Reihen des Gemeinderats war beantragt worden, im Kreuzungsbereich der Le-Croisic-Straße mit der Rappensteinstraße einen Zebrastreifen anzubringen. Laut Straßenverkehrsamt ist ein Zebrastreifen in einer 30er Zone jedoch „entbehrlich“. Der Antrag wurde daher abgelehnt. „Zudem wies das Amt darauf hin, dass die Leute kreuz und quer über die Straße laufen“, sagte Bürgermeister Krieger. Deshalb gebe es keine geeignete Stelle für einen Zebrastreifen.
  • Keine 20er Zone in der Codmanstraße: Die Codmanstraße ist ein Straßenzug innerhalb der bestehenden 30er-Zone auf dem Rappenstein. Der Vorschlag aus dem Gemeinderat, für diese Straße Tempo 20 einzuführen, wurde abgelehnt: „Da es sich bei der Codmanstraße um einen einzelnen Straßenzug handelt, kann hier keine 20er-Zone ausgewiesen werden“, heißt es im Verkehrsschau-Protokoll. Dafür soll die Markierung „30“ auf dem Straßenzug angebracht werden, sobald die derzeitigen Bauarbeiten abgeschlossen sind.
  • Keine Rechts-vor-Links-Regelung bei Weihermattstraße: Der Gemeinderat verwarf einstimmig den Vorschlag der Straßenverkehrsbehörde, bei der Einmündung der Weihermatt- in die vorfahrtsberechtigte Rappensteinstraße die Rechts-vor-Links-Regelung einzuführen, um die Geschwindigkeit der Autofahrer zu reduzieren. Ein Verkehrsspiegel, wie ihn Gemeinderat Robert Terbeck von der SPD befürwortete, war von den Behörden bereits abgelehnt worden. Bei der Begehung vor Ort seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass die Sichtverhältnisse ohne Spiegel ausreichend seien, heißt es dazu im Protokoll der Verkehrsschau.