Wenn morgen das Cannstatter Volksfest endet, werden wohl wieder rund vier Millionen Menschen dort gewesen sein. Es hätten ein paar mehr sein können, denn leider fehlen in der Statistik ein paar Laufenburgerinnen und Laufenburger, die am Samstag vor einer Woche den Wasen besuchen wollten.

Der Bus in die Landeshauptstadt war schon gechartert. Abfahrt sollte Punkt zehn Uhr an der Sparkasse sein. Aufgekratzt trudelten die Mitglieder der Reisegruppe pünktlich dort ein. Die Mädchen in adretten Dirndln, die Jungs in feschen Lederhosen. Was nicht kam, war der Bus. Macht nichts. Das bot eine gute Gelegenheit, drüben in der Buchhandlung und Café von Renata Vogt mit einem Sekt oder einem Zäpfle auf die bevorstehende Reise anzustoßen. Doch als die Gläser geleert waren, stand der Bus immer noch nicht vor der Tür. Nach dem dritten Espresso (Sekt und Zäpfle kann man ja nicht den ganzen Vormittag trinken) dann endlich Nachricht: Der Bus hatte sich auf einem Feldweg festgefahren. Die Fahrt beginne etwas später. Dafür werde einen Preisnachlass gewährt. Das war ein guter Grund, um nochmals miteinander anzustoßen.

Um 13 Uhr fuhr der Bus endlich vor. Dummerweise war er in die falsche Richtung, Säckingen statt Waldshut. Aber das war immerhin mal ein Anfang. Also alle rein ins Gefährt. Beim Wenden dann in Rhina blieb der Bus wieder stecken. Und der Fahrer gab auf. Die Reisegesellschaft war darüber gar nicht mal so unglücklich. Denn Mut für eine Fahrtmit diesem Chauffeur bis nach Stuttgart hatte man sich in drei Stunden Wartezeit nicht antrinken können. Und so wurde kurzerhand Canstatter Wasen mit Niederhöfer Oktoberfest getauscht. Warum denn in die Ferne schweifen?

Eine weitere wahre Geschichte über steckengebliebene Busse und deren Fahrgäste gibt es hier zu lesen.


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