Die in der Sitzung anwesenden Vertreter des Laufenburger Fußballvereins mussten sich dafür zum Teil harsche Worte aus dem Gemeinderat anhören. „Wir sind vom SV 08 hintergangen worden – salopp gesagt“, polterte Gerhard Tröndle (CDU). Auch Roland Ebner (FW) fand das Vorgehen des Vereins „nicht ganz so glücklich“. Es sei "nicht zufriedenstellend gelaufen", sagte Bürgermeister Ulrich Krieger. Was war geschehen?

Gespräche seit einem Jahr

Zusammen mit dem TV Laufenburg hatte der SV 08 in den vergangenen zwölf Monaten die Stadt immer wieder auf den Sanierungsstau in deren Waldstadion hingewiesen. Im Frühsommer hatten die Verwaltung und Fußballverein konkret über die defekte Beregnungsanlage, die teilweise defekte Flutlichtanlage sowie die Pflege der Grünanlagen gesprochen. Bürgermeister Ulrich Krieger betonte im Gemeinderat, dass dem Verein dabei mitgeteilt worden sei, dass eine neue Beregnungsanlage frühestens im Haushalt 2019 berücksichtigt werden könne. Dennoch habe der SV 08 die Anlage eigenmächtig ersetzen lassen und auch weitere Aufträge ohne Rücksprache mit der Stadt vergeben. Im September habe der SV 08 um Übernahme der Kosten von insgesamt mehr als 14.000 Euro gebeten, davon fast 10.000 Euro für die Beregnungsanlage.

Kein dringender Handlungsbedarf

Grundsätzlich sei die Stadt als Eigentümerin des Stadions für dessen Instandhaltung zuständig, so der Bürgermeister. Weil aber die Beregnungsanlage weiter manuell habe bedient werden können, habe kein dringender Handlungsbedarf bestanden. Die vom Verein für 1600 Euro in Auftrag gegebenen Landschaftspflegearbeiten hätten die kommunalen Technischen Betriebe übernehmen können – allerdings nicht im gewünschten Umfang. Krieger: „Die Stadt sagt, es ist ausreichend, der Verein hätte eben gerne mehr.“ Letztendlich sei es eine Frage, welche Standards man setzen wolle.

Stadt zeigt sich kulant

Der Bürgermeister schlug vor, dass die Stadt kulanterweise die Kosten für die Beregnungsanlage (9600 Euro) und die Reparatur des Flutlichts (800 Euro) übernehmen solle. Der Gemeinderat willigte einstimmig ein, die entsprechenden Mittel außerplanmäßig noch 2018 bereitzustellen. Die Rechnungen für die Landschaftspflegearbeiten (1600 Euro) und für weitere Altrechnungen aus den Jahren 2015 und 2016 (2000 Euro) muss der Verein selbst tragen.

Gerteis fordert eindeutige Regeln

Stadtrat Bernhard Gerteis (FW), der die Pflegemaßnahmen für das Waldstadion in den vergangenen Jahren immer wieder thematisiert hatte, verlangte konkrete Absprachen zwischen Stadt und SV 08. Der Verein erhalte Geld zur Pflege der Sportanlagen. Die Frage sei: "Was hat er für diese 25.000 Euro zu machen? Wer kontrolliert das? Es müssen eindeutige Regeln her!"

Stadion hat mehrere Nutzer

Der Umfang der vom Verein zu erbringenden Pflegemaßnahmen könne in dem neuen Sanierungskonzept festgelegt werden, das die Stadtverwaltung zusammen mit den Nutzern der Einrichtung erarbeiten werde, erklärte Bauamtsleiter Roland Indlekofer. Das seit 1967 als kommunale Sportstätte geführte Waldstadion wird hauptsächlich vom SV 08, aber auch vom TV, vom CSI und von den Schulen genutzt.

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