Laufenburg – Die Narro-Alt-Fischerzunft 1386 Laufenburg startet mit Elan und personeller Verstärkung in die Fasnacht 2018. Am mehrstündigen, aber vergnüglichen Hauptbott am Donnerstagabend in der Stadthalle im schweizerischen Laufenburg wurden Stadtammann Herbert Weiss als Zunftfreund und Patrik Weber als neuer Zunftbruder feierlich aufgenommen.

Weiss wurde diese Ehre zuteil, weil er laut Zunftmeister René Leuenberger sich "seit vielen Jahren in besonderem Maß für die Wahrung der Tradition" eingesetzt habe. Als äußerliches Zeichen der Wertschätzung erhielt der neue Zunftfreund Weiss eine Narrenkappe. Im Gegensatz zum Zunftbruder wird ein Zunftfreund der Narro-Alt-Fischerzunft nicht vereidigt. Er gilt jedoch als der Zunft nahestehend.

Im Rahmen des Hauptbotts, der einmal im Jahr vor der Städtlefasnacht abwechselnd auf deutscher und helvetischer Seite stattfindet, nahmen die Zunftmeister der Mehreren Stadt (René Leuenberger) und Minderen Stadt (Claus Epting) Ehrungen für langjährige Zunftzugehörigkeit vor. Für 25 Jahre wurden Alexander Baumgartner, Hermann Brutsche, Michael Epting und Erich Lauber – alle von badischer Seite – mit Abzeichen und Urkunden geehrt. Zu den derart Ausgezeichneten gehörte auch Claus Epting.

Schon seit 50 Jahren der Zunft zugehörig ist Kurt Baumgartner. Er konnte aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht anwesend sein. Abschied nahm die Zunft von zwei verdienten Zunftbrüdern: Letztes Jahr waren der im schweizerischen Laufenburg tätige Fotograf Hansjörg Brugger, 1991 als Zunftbruder vereidigt, sowie der ehemalige Zunftmeister Werner Lehmann von badischer Seite verstorben. Lehmann gehörte der Zunft 65 Jahre lang an und war bis 1990 Zunftmeister. René Leuenberger bezeichnete ihn als "ein Vorbild an Zunftbruder und ein edles Unikat".

Der Hauptbott am 1. Faissen bestand aus Auftritten der Laufenburger Tambouren sowie einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Die Zunft nahm unter anderem an Narrentreffen in Triberg und Rheinfelden teil und unternahm eine Herbstwanderung auf die Sissacher Fluh.

Dazwischen hielt der Zunftrat "spiritistische Sitzungen" (Leuenberger) ab. Claus Eptings Rückblick war eine Multimedia-Schau aus Bild und Ton mit olympischem Flair – eine witzige Idee, die bei den über 200 Gästen gut ankam.

Weniger gut weg kam Paul Knoblauch, Zunftmeister der Heinerich-Wirri-Zunft Aarau. Ihm legte René Leuenberger zur Last, die Zunftbrüder als "Plätzlibuebe" bezeichnet zu haben – wo es doch "Narronen" heißt. Außerdem habe Knoblauch an einer Veranstaltung Zunftmeister Claus Epting mit "er ist vom anderen Ufer" begrüßt.

Leuenbergers Kommentar: "Das haut einem de Nuggi use." Knoblauch, in Begleitung von Säckelmeister Urs Walter Hunziker, wurde folgende Strafe auferlegt: Jeder Zunftbruder bekommt eine Flasche Rotwein aus dessen Rebberg. "Und jedes Zunftwiebli bekommt eine Schachtel Brändlibombe", forderte Leuenberger. Die Bewirtung übernahmen die Waldgeister Rhina. Sie feiern ihr 20-jähriges Bestehen mit diversen Veranstaltungen, unter anderem mit einem großen, grenzüberschreitenden Umzug am morgigen Sonntag, 28. Januar.

Die Zunft

Die Gründung der Narro-Alt-Fischerzunft erfolgte 1386. Trotz der Zwangstrennung von Laufenburg durch den Frieden von Lunéville 1801 feiern die Narronen die Fasnacht bis heute gemeinsam. Es gibt zwar auf jeder Seite eine eigenständige Zunft mit eigenem Zunftmeister, aber nach außen ist dies nicht sichtbar. Wichtige Entscheidungen und Beschlüsse fällt der Große Zunftrat, der sich aus dem Zunftrat der Mehreren und Minderen Stadt zusammensetzt. Die Zunft besteht nur aus männlichen Mitgliedern. An der Fasnacht gibt es keine Grenze, die Veranstaltungen sind grenzüberschreitend. Der Hauptbott (Hauptversammlung) wird abwechselnd in der Minderen oder Mehreren Stadt abgehalten. Die Narro-Alt-Fischerzunft war eines der 13 Gründungsmitglieder der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte 1924 in Villingen. Die Zunft besteht nur aus männlichen Mitgliedern.