on) Kaum waren im Laufenburger Waldtor die Klänge der letzten Tschättermusik dieses Jahres verklungen, da wurde nebenan vor dem Rathaus auch schon die Grabrede auf die verblichene Fasnacht gehalten. Als Merkwürden erinnerte Franz Wagner, der Obersäckelmeister des Elferrats, an Begebenheiten, die den Narren während der vergangenen Wochen zugestoßen waren. Nach dem närrischen Nachruf wurde unter großem Wehklagen der Trauergemeinde der Böög entzündet und die Fasnacht endgültig zu Asche.

Unter den von Wagner ertappten Sündern war dieses Jahr auch die Lokalredaktion des SÜDKURIER. Sie hatte sich ihre Erwähnung beim Fasnachtsverbrennen redlich verdient, war doch der Wiiberklatsch des Elferrats zuerst in den „Rebstock“ verlegt und in der Korrektur auf den Ersten Faißen terminiert worden. „Man schreibt irgend ein Ort oder Datum rein, wird schon passend sein. Oh je, oh je, oh je...“, meinten Wagner und die anderen Narren dazu.

Doch auch der Elferrat selbst war während der Fasnacht nicht immer unfallfrei unterwegs. So wusste Wagner davon zu berichten, dass einer der Elfer nach dem Tanken im „Hähnle“ sein nagelneues E-Bike bei der Heimfahrt schnurstracks gegen einen Baum gelenkt hatte. Ein anderer Elfer reiste ohne Fahrkarte mit der Bahn nach Murg. „Prompt wurde er erwischt und hat ein Strafmandat in Höhe von 60 Euro kassiert.“ Und noch ein weiteres Reise-Missgeschick ereignete sich in Murg. Kein einziger der Elfer hatte Zeit, am Neujahrsempfang der dortigen Zunft teilzunehmen. Doch zum Glück habe sich in Narrenpolizist Markus Fühner ein hervorragender Vertreter gefunden, lobte Wagner. Fühner habe seine Sache so gut gemacht, dass jetzt der Vorstandsposten des ein oder anderen Elfer wackele.

Vertreter für Fietz

Beim Fasnachtsverbrennen trat Merkwürden Wagner als Vertretung des katholischen Stadtpfarrers Klaus Fietz auf. Denn dieser hätte eigentlich dieses Jahr Dieter Kosmac als Redner beerben sollen, so Wagner. „Mein Amtsbruder Klaus Fietz hat mich gebeten für ihn einzuspringen und die Beerdigung der Fasnacht zu übernehmen“, tat Wagner kund. Er äußerte Verständnis dafür. Schließlich sei das Amt des Pfarrers kein Zuckerschlecken: „Beim Trinke musch de zemme nä, bei Dir derf me kei Wirkung säh. Lach’sch halb so laut wie andere Christe, heißt’s de Pfarrer hot ä Kischte.“ Auch die Karriereplanung sei hart: „Kei feschte Wohnung und kei Ruh. Vo einem Ort wirscht i de ander g’hetzt, und wirscht immer wieder versetzt. So könnt’s dir am End no passiere, der Bischof dät die Luscht verspüre und setzt di gar uf Laufenburg hi. Nei Pfarrer wet i nimme si!“