Ein Leben für die Familie, für die Musik und dem Chor Binzgen. Ursula und Helmut Böhler feiern beide ihren 60. Geburtstag und deshalb wird es am heutigen Samstag eine große 120-Jahr-Feier geben. Sie sind in Laufenburg und darüber hinaus bekannt und sind sozusagen die guten Seelen des Chors Binzgen. Stets halten sie sich im Hintergrund und sind sehr bescheiden. Doch heute sollen die beiden im Mittelpunkt stehen, den seit fast 30 Jahren engagieren sie sich ehrenamtlich für den Binzger Chor und sorgen dabei nicht nur für gute musikalische Ergebnisse und erfolgreiche Musicals, sondern stehen sie menschlich in allen Lebenslagen an der Seite ihrer über 300 Mitglieder.

Ein Fels in der Brandung sind Ursula und Helmut Böhler nicht nur für ihre sechs Kinder, deren Partner und die Enkelkinder, sondern auch für die Mitglieder im Chor.
Ein Fels in der Brandung sind Ursula und Helmut Böhler nicht nur für ihre sechs Kinder, deren Partner und die Enkelkinder, sondern auch für die Mitglieder im Chor. Bild: Melanie Dramac

Ursula Böhler ist seit der Gründung des Chors 1991 Vorsitzende und auch ihr Mann Helmut war stets in der Vorstandschaft vertreten. „In unserer Kindheit haben unsere Eltern von klein auf immer mit uns gesungen. Papa hat fast täglich Gitarre gespielt und die ganzen Nachbarskinder kamen zum singen dazu“, erinnern sich ihre sechs Kinder Kathrin, Martina, Markus, Christine, Simone und Johannes. Sie alle erinnern sich sehr gerne an ihre Kindheit. Sie war von Musik und Herzlichkeit durchzogen und bei den Vorbereitungen zur 120-Jahr-Feier wurde ganz deutlich, wie tief verbunden ihre Kinder ihnen sind und wie sehr sie alle ihre Eltern lieben. Schon immer hatte die Familie beim Ehepaar Böhler höchste Priorität und nach fast 30 Jahren zählt auch der Chor zur Familie.

An erster Stelle steht für das Ehepaar immer die Familie. Nach fast 30 Jahren gehört auch der Chor Binzgen dazu.
An erster Stelle steht für das Ehepaar immer die Familie. Nach fast 30 Jahren gehört auch der Chor Binzgen dazu. Bild: Melanie Dramac

Zur ersten Chorprobe 1991 des damaligen gemischten Chors, unter der Leitung von Pius Moser, wurden von Mama Ursula gleich fünf von den eigenen sechs Kindern mitgenommen. Damals waren ungefähr zehn Kinder zur Schnupperstunde gekommen und in Folge begleite Ursula Böhler ihre Kinder immerzu zur Probe. So kam eins zum anderen und sie kümmerte sich auch um die anderen Kinder, wenn sie zum Beispiel mal nicht rechtzeitig abgeholt wurden oder war Ansprechpartnerin für die Eltern.

So wurde Ursula schnell die Mutter des Chores und ist es auch heute noch. „Das Singen und die musikalische Ausbildung von uns Kindern lag unseren Eltern immer sehr am Herzen“, erinnert sich Kathrin Günther. „Sie wollten uns in diesem Punkt alles ermöglichen, auch wenn es finanziell für sie nicht immer einfach war“. Ihren Eltern war es wichtig, dass sie das Angefangene auch zu Ende bringen oder zumindest eine Weile weiter verfolgen. „Es hat uns gelehrt, an etwas dran zu bleiben auch wenn es nicht gleich gelingt“, so Tochter Kathrin. Heute sehen die vier Mädchen und zwei Jungen den Chor als Sprungbrett, da sie alle wichtigen Grundlagen und ein musikalisches Gespür dort entwickelt haben.

Das ehrenamtliche Engagement des Ehepaares und die Unterstützung ihrer Vorstandskollegen haben den Chor sehr erfolgreich gemacht. Ein toller Zusammenhalt unter den Vorstandkollegen und den Mitgliedern zeigt ein starkes Fundament und das ist die Grundlage jedem gutem Gelingen. Ein weiteres Gründungsmitglied ist Jugendbeisitzerin Sabrina Döbele und auch sie ist dem Chor sehr verbunden.

Für jeden ein offenes Ohr

2002 wurde dann aus dem gemischten Chor der Kinder-, Jugend-, und Erwachsenenchor gegründet und im letzten Jahr änderten sie ihr Vereinsnamen ganz schlicht auf Chor Binzgen. Es gab ein neues Logo und mit ihren beeindruckenden Musicalaufführungen, unter der Leitung der Töchter Kathrin Günther und Christine Böhler, bringen sie ihre Mitglieder zu musikalischen und schauspielerischen Höchstleistungen. „Singen kann man ja nur gut, wenn man sich wohl fühlt“, ist sich Kathrin sicher und dafür setzen sich ihre Eltern und auch die Geschwister mit viel Herz und Gutmütigkeit ein.

„Egal, was unsere Eltern belastet, sie haben immer und für jeden ein offenes Ohr und stellen sich immer hinten an. Sie helfen wann immer es ihnen möglich ist und können nur ganz schwer etwas für sich beanspruchen“, sind sie ihre Kinder einig. Sie freuen sich Menschen unterstützen zu können, wenn sie helfen können, wenn sie die Begeisterung spüren und eine musikalische Ausbildung bieten können und das unabhängig von sozialer Herkunft oder Vorkenntnissen.

Ursula Böhler gibt Unterricht in Flöte und Veeh-Harfe und singt im Chor. Sie liebt es selbst Musik zu machen. Helmut Böhler liebt es Chorwochenenden zu planen und sich um die Auftritte zu kümmern. Beide gehen gerne wandern und genießen die Zeit mit ihren Kindern, deren Partner und den fünf Enkel. Nun feiern sie heute ihr großes Fest. Zum Essen wird es eine Buchstabensuppe als Vorspeise geben, als Hauptgericht ein in c-Moll quiekendes Schwein und als Nachtisch ein Violinschlüssel aus Marzipan mit Vanille Eis.