Im Alter von 101 Jahren ist am Wochenende Lieselotte Lerch verstorben. Bekannt und geschätzt war Lieselotte Lerch, den meisten bekannt als "Lotti", vor allem als Wirtin des Lerchenstübles auf dem Laufenburger Berg, das sie von 1964 an mehr als fünf Jahrzehnte lang führte, bevor sie im Alter von 97 Jahren die Pforten ihrer Gastwirtschaft schloss.

Mehr als 50 Jahre lang Wirtin des Lerchenstübles

"Es bedauern alle, dass ich das Lerchenstüble aufgebe", erklärte Lotti Lerch damals schweren Herzens. Allerdings sei es ihr nach einem Krankenhausaufenthalt mit anschließender Kurzzeitpflege nicht mehr möglich gewesen, den Betrieb ihres Lerchenstübles wieder aufzunehmen.

Zuletzt lebte Lotti Lerch in Niederhof, aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden musste sie in einem Pflegeheim behandelt werden, heißt es seitens der Familie.

Geboren wurde Lieselotte Lerch am 5. April 1917 in Donaueschingen. Aufgewachsen ist sie unter anderem in Herrischried, wo sie auch die Schule besuchte, bevor die Familie nach Laufenburg zog.

Zunächst arbeitete Lerch in der damaligen Säckinger Weberei. Einblicke in die Arbeit in einem Gasthaus erhielt sie bei einer Tante, die in Stockach eine Wirtschaft führte. Hier arbeitete Lotti Lerch als Bedienung und lernte auch ihren Mann Fritz kennen. Nach der Heirat 1939 zog das Paar nach Laufenburg um. Vier Kindern schenkte sie das Leben.

Eigenes Gasthaus war ihr großer Traum

Im früheren Gasthaus „Sternen“ in der Laufenburger Altstadt vervollständigte sie als Aushilfsbedienung ihre Gastronomiekenntnisse, bevor das Ehepaar Lerch schließlich die eigene Wirtschaft eröffnete.

Die Eröffnung ihres eigenen Gasthauses, das sei die Erfüllung ihres großen Traums gewesen, wie Lotti Lerch immer wieder betonte. Nachdem sie diesen 1964 realisiert hatte, führte sie den Betrieb nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1983 alleine weiter.

20 Jahre lang wurde Lotti Lerch von Sakhon Feldmann unterstützt, bis sie 2014 schließlich die Pforten ihrer Wirtschaft endgültig schloss. Weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war das Lerchenstüble wegen seiner Spezialitäten aus der Küche, vor allem den schmackhaften Brathähnchen, aber vor allem auch wegen der Wirtin.

Frohnatur und Förderin des Vereinslebens

Als echte Frohnatur, die stets mit einem amüsanten Spruch oder einem Witz zur Hand war, wurde Lerch von ihren Gästen geschätzt. Eine wichtige Stütze war die Verstorbene auch für das Laufenburger Vereinsleben.

In etlichen Vereinen war sie Passivmitglied, etwa auch bei der Laufenburger Stadt- und Feuerwehrmusik, wo sie auch zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Ein echtes Herzensanliegen war der Wirtin aber auch die Unterstützung des Laufenburger Schützenvereins und dessen Traditionsveranstaltung, das Königsschießen. Zahlreiche Mannschaften stellte das „Lerchenstüble“ jedes Jahr und die Teilnahme am Schützenball in der Laufenburger Rappensteinhalle war für sie Ehrensache.

Weit über 40 Jahre war Lieselotte Lerch Mitglied der SPD, weshalb ihr sogar die Bundesspitze der Partei zu ihrem 100. Geburtstag im vergangenen Jahr Glückwünsche übermittelte.

Der Termin für die Beisetzung wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben, erklärt die Familie der Verstorbenen.