65 Jahre war Werner Lehmann bei der Narro Altfischerzunft Laufenburg. Beim Hauptbott im Februar wurde er für diese ungewöhnlich lange Mitgliedschaft mit einer Urkunde ausgezeichnet. Dabei brachten die Zunftbrüder vor allem eines zum Ausdruck: Eine große Dankbarkeit und höchsten Respekt vor den Verdiensten. Denn nicht nur war Lehmann lange Zeit in verantwortungsvoller Position in der traditionsreichen Laufenburger Fasnacht tätig. Er stand der Zunft praktisch bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite.

Seine närrische Ader hätte Lehmann geradezu in die Wiege gelegt sein können, schließlich kam er am 23. Februar 1934 zur Welt, sodass sein Geburtstag immer wieder Mitten in die fünfte Jahreszeit fiel. Wenig verwunderlich, dass die Fasnacht im Leben des Verstorbenen eine wichtige Rolle spielte. Begonnen hatte Lehmann seine Zunft-Laufbahn 1952 als Tambour. Ab 1969 bildete er auch Jungtambouren aus. Jahrelang marschierte Lehmann bei der Tschättermusik zur Fasnachtszeit als Schrittmacher in der ersten Reihe mit. Von 1975 bis 1990 schließlich stand er der Minderen Zunft als Zunftmeister vor.

Lang ist auch die Liste seiner Auszeichnungen für seine Verdienste: Für sein Engagement bekam er im Jahre 1975 den Hochrheinverdienstorden überreicht. Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSNA) würdigte Lehmann mit den Verdienstabzeichen in Bronze, Silber und Gold. Die Narro-Altfischerzunft ernannte Werner Lehmann 1994 zum Ehrenzunftmeister. Darüber hinaus war der Verstorbene aber auch in anderen Vereinen aktiv. So wurde er für seine Verdienste auch zum Ehrenmitglied bei der Stadt- und Feuerwehrmusik Laufenburg ernannt.

Von Beruf war Werner Lehmann eigentlich Textiltechniker, er schwenkte aber letztlich auf das Elektrikerhandwerk um. 1963 legte er hierin seine Meisterprüfung ab. Schon 1960, kurz nach der Hochzeit mit seiner Frau Christiane, übernahm er die Leitung des Elektrogeschäfts seines Schwiegervaters in der Hauptstraße. Auch wenn Werner Lehmann das Geschäft bereits 2005 an seinen Sohn Stefan übergeben hatte, war er bis ins hohe Alter auf Baustellen anzutreffen: "Ohne Arbeit könnte ich nicht sein", lautete sein Credo, dem er folgte, bis die Familie das Geschäft in der Altstadt schließlich im Februar 2016 aufgab und den Fokus seither auf den Bereich Elektroinstallation verlegte.