Thomas Scherzinger ist neuer Zunftmeister der Narro-Altfischerzunft Laufenburg. Der 33-jährige IT-Berater wurde am Freitag nichtöffentlich beim Herbstbott als Nachfolger von Claus Epting gewählt. Er hatte seit 2011 acht Jahre lang den Narronen aus dem minderen Teil der Stadt vorgestanden. Scherzinger will der Zunft wieder mehr jüngere Mitglieder zuführen.

Vergleichseise wenige der Mitglieder sind unter 25

„Wir müssen den Spagat zwischen Tradition und Moderne hinkriegen“, sagte Scherzinger am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Zunft lebe aus ihren Bräuchen heraus, brauche vor allem jüngere Mitglieder. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Narronen in der minderen Stadt zwar auf aktuell über 70 Mitglieder angewachsen. Es seien aber nur vergleichsweise wenige und 25 Jahren darunter. „Es sind nicht die 18-, 19-Jährigen, die zu uns kommen, sondern meist die mittleren Jahrgänge“, erklärt der neue Zunftmeister. Jüngere fasnachtsinteressierte Laufenburger schlössen sich oft anderen Vereinen an. „Deshalb müssen wir uns fragen, wie wir zum Beispiel die Söhne von Zunftbrüdern bewegen, dass sie zu uns kommen.“

Er findet das generationenübergreifende Miteinander „mega-cool“

Scherzinger selbst war 18 Jahre alt, als er 2004 in die Zunft aufgenommen wurde und gelobte, ihr bis an sein „selig Ende“ anzugehören. Vor seiner Zeit bei den Narronen war der neue Zunftmeister bei den Tambouren aktiv. Scherzinger findet bei der Narro-Altfischerzunft vor allem das generationenübergreifende Miteinander „mega-cool“: „Da sitzen 20-Jährige und 70-Jährige an einem Tisch.“ Das sei bei vielen anderen Vereinen, in denen es eigene Abteilungen für Jugendliche oder Senioren gebe, nicht im selben Maß der Fall.

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Seit 1924 die Narro-Altfischerzunft, die selbst 1386 als Jahr ihrer erstmaligen urkundlichen Erwähnung führt, in ihrer heute bestehenden Form gegründet wurde, ist Thomas Scherzinger deren neunter Zunftmeister. Sein Vorgänger Claus Epting (52) hatte sein Amt 2011 als Nachfolger von Charly Oberle angetreten. Die Narronen der mehreren Stadt, also des Schweizer Laufenburg, werden seit 2011 von René Leuenberger junior geführt.

Die Aufgaben im Zunftrat wurden neu verteilt

Es sei schon seit längerem klar gewesen, dass Claus Epting aufhören wolle, so Thomas Scherzinger. Bei einem Bott im Juni hätten die Narronen über die Nachfolge beraten. „Es kann ja wohl nicht sein, dass wir keinen finden“, habe er sich damals gesagt – und schließlich erklärt, dass er zur Übernahme des Amts zur Verfügung stehe. Vergangenen Freitag erfolgte die Wahl. Nicht nur über den Zunftmeister, auch über den Zunftrat wurde in nichtöffentlicher Zusammenkunft befinden. Wie Scherzinger erklärte, wurde der bisherige Schrieber Axel Fischer mit dem neugeschaffenen Amt des zweiten Vizezunftmeisters betraut. Als neuer Schrieber wurde Norbert Lederle gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden Vizezunftmeister Dietmar Höfler, Säckelmeister Markus Eschbach und Beirat Dieter Kern. Die Aufgaben innerhalb des vergrößerten Zunftrats seien neu verteilt worden.

2023 wieder VSAN-Landschaftstreffen

Mit Unterstützung des Zunftrat-Teams will sich Thomas Scherzinger jetzt in sein neues Amt einarbeiten: „Wir fangen jetzt mit der Übergabe an. Ich muss erst mal richtig Einblick in alle Themen gewinnen.“ Schon jetzt im Blick haben die Narronen dabei nicht nur die Fasnacht 2020, sondern auch das Landschaftstreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, das tournusgemäß 2023 in Laufenburg abgehalten wird.