Beim Bahnunfall am Freitagabend vor dem Westportal des Laufenburger Rappensteintunnels hat sich nach Ansicht der Verantwortlichen gezeigt, dass sich die Notfallregelung für Großveranstaltungen in der Altstadt bewährt. „Die Telefonkette hat reibungslos funktioniert. Das ist die wichtigste Erkenntnis des Wochenendes“, so Bürgermeister Krieger. Die intensiven Vorbereitungen auf einen solchen Vorfall hätten sich bewährt, erklärte Feuerwehrkommandant Markus Rebholz, auf Anfrage unserer Zeitung.

Aus noch nicht geklärten Gründen war am Freitag gegen 21 Uhr ein VW Caddy in Laufenburg vor dem Westportal des Rappensteintunnels von einem aus Bad Säckingen heranfahrenden IRE gestreift worden.

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Der 73-jähriger Autofahrer war rückwärts auf die Gleise gefahren, als die Schranken heruntergingen, so geht es aus einem Polizeibericht hervor. Der heranfahrende IRE erfasste trotz Notbremsung den Caddy an der vorderen linken Fahrzeugseite. „Das Fahrzeug ist mit Wucht auf die Schrankenanlage gedrückt worden“, berichtet Markus Rebholz von der Feuerwehr Laufenburg.

Unfallfahrer nur leicht verletzt

Bei dem Unfall wurde der 73-jährige Fahrer des Caddy leicht verletzt. Die 43 Fahrgäste, die sich in dem Zug befunden hatten, kamen mit dem Schrecken davon. Ein Passagier habe einen leichten Schock erlitten. Bei dem Aufprall wurden das Auto und die Schrankenanlage schwer beschädigt. Der Zug konnte seine Fahrt selbstständig fortsetzen, wurde nach der Unfallsicherung jedoch von der Feuerwehr und dem DRK zum nächstgelegenen Bahnhof eskortiert, wo die Fahrgäste auf Schienenersatzverkehr umsteigen konnten. Der genauere Hergang des Unfalls war auch am Montag noch unklar. Bei der Polizei waren auf Anfrage keine Details erhältlich.

Altstadtweihnacht erschwert den Einsatz

Die Feuerwehr Laufenburg wurde um 21.18 Uhr alarmiert. Knapp drei Stunden zuvor war die Laufenburger Altstadtweihnacht eröffnet worden. Der dreitägige Anlass wird jedes Jahr von mehreren 10 000 Menschen besucht. Auch zur Eröffnung am Freitag waren wieder zahlreiche Menschen erschienen, um dem Weihnachtsmarkt in der, für den motorisierten Verkehr gesperrten, Altstadt mit seinen rund 90 Ständen zu besuchen.

Unmittelbar nach der Alarmierung verständigte Feuerwehrkommandant Markus Rebholz das Ordnungsamt der Stadt Laufenburg. Noch als sich die Einsatzfahrzeuge auf der Fahrt zur Unfallstelle befanden, bat Amtsleiterin Bianca Bögle die Besucher, über die wegen der Altstadtweihnacht überall angebrachten Lautsprecher, die Straßen wegen eines Notfalls für die herannahenden Rettungskräfte freizumachen.

Besucher des Weihnachtsmarktes vorbildlich

Sowohl Bürgermeister wie Feuerwehrkommandant erklärten, dass sich die Besucher des Weihnachtsmarktes vorbildlich verhalten und der Bitte folge geleistet hätten. „Das ist das erste Mal, dass die Telefonkette ausgelöst werden musste und es hat super funktioniert“, verrät Bürgermeister Krieger.

Am Montagvormittag funktionierte die beschädigte Schrankenanlage vor dem Tunnelportal noch nicht. Ein Mitarbeiter der Bahn leitete Passanten und Fahrzeuge einzeln über den mit Absperrband gesicherten Bereich hinweg. Weil am Samstag der Bahnübergang ungesichert war, passierten die Züge die Stelle in gedrosselter Geschwindigkeit und mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Inzwischen ist die Schrankenanlage wieder in Betrieb.