Elsa Wolf ist geistig noch überaus fit und ihr ungebrochener Lebensmut fast unnachahmlich. So gibt es für sie auch mit ihren 100 Lebensjahren nichts, wo sie sich kleinlaut unterkriegen lässt. So hat sie zwar erhebliche Probleme mit ihrem rechten Arm, den sie durch einen häuslichen Unfall kaum noch bewegen kann, doch sie gibt die Hoffnung nicht auf, dass auch diese Beschwerden einmal enden. Da sie Rechtshänder ist, gibt sie die Hoffnung nicht auch, auch mit dieser Hand wieder schreiben zu können.

Seit eineinhalb Jahren ist Elsa Wolf nun im Seniorenheim. Im Rollstuhl genießt sie den herrlichen Ausblick auf den Rhein und die Schweizer Schwesterstadt und erfreut sich an den vielen Blumen im Zimmer. Was sie aber auch besonders freut, ist, dass sie fast täglich von ihren Kindern und Enkelkindern besucht wird. „Die geben mir das zurück, was ich ihnen in ihrer Kindheit gegeben habe“, sagte sie mit freudiger Miene.

Stolz ist sie aber auch darauf, dass alle ihre noch fünf lebenden Kinder gute Berufe haben, sodass sie sich darüber keine Sorge machen muss. Wenn die 100-Jährige zurückblickt, dann macht sie keinen Hehl daraus, dass sie schwierige Kinder- und Jugendjahre hatte. So wuchs sie bei einer Tante in Ottersweier auf, besuchte die Volksschule und erlebte dann die Kriegsjahre hautnah.

Garten als Leidenschaft

Sie arbeitete in einem Haushalt in Schopfheim, ehe sie bei einem Fußballspiel in Schopfheim den Obersäckinger Fußballspieler August Wolf, ihren späteren Ehemann, kennenlernte. 1940 heiratete sie ihn in Obersäckingen. Im Elternhaus des Mannes in der Marienstraße wohnte das Paar. Sieben Kindern schenkte sie das Leben. Viel war sie auch im Garten tätig. So zeigten sich Hortensien und Gladiolen in einer üppigen Blütenpracht. Gerne denkt sie auch daran, als vielfach im Bühlerthal der Urlaub verbracht wurde, aber auch auf Mallorca die Kraft für den Alltag gesucht wurde.

Hart traf es die Jubilarin, als sie 1978 ihren Mann verlor. Ihr jüngster Sohn war zu der Zeit gerade 15 Jahre alt. Mit ihrem Können und Lebensmut meisterte sie auch die schweren Aufgaben. So lässt sie sich auch heute nicht unterkriegen. Sie ist mit der Pflege im Altenheim überaus zufrieden.

Wenn im Gasthaus „Engel“ in Niederhof heute ihre große Verwandtschaft ihre Glückwünsche überbringt, wird Elsa Wolf sicherlich mit einem Gläschen anstoßen und ihre große Freude auch auf die Gemüter der noch lebenden fünf Kinder, sieben Enkelkinder und zwölf Urenkel mit ihren Partnern übertragen.