Die Minigruppe des Technischen Hilfswerks (THW) Laufenburg ist ein Renner, sie ist voll ausgebucht, es besteht sogar eine Warteliste. Spielerisch sollen Kinder im Alter von sechs bis neun Jahre an die Arbeit des THW herangeführt. Anschließend können sie mit zehn Jahren nahtlos zur Jugendabteilung wechseln. Vor vier Monaten gründete der Ortsverband Laufenburg des Technischen Hilfswerkes (THW) seine Minigruppe. Der Run war groß, und schon vor Beginn der offiziellen Gründungsversammlung im Oktober waren die 15 verfügbaren Plätze belegt.

Jenny Obergfell bastelt ausgiebig mit ihren Minis.
Jenny Obergfell bastelt ausgiebig mit ihren Minis. | Bild: Irmgard Kaiser

Wer nun noch mitmachen will, muss sich auf einer Warteliste eintragen. Geleitet wird die Minigruppe seit Beginn von Jenny Obergfell. Sie selbst kam als Quereinsteigerin zum THW. Über ihren älteren Sohn Fabian, der bereits in der Jugendabteilung des THW war, fanden auch sie und ihr jüngerer Sohn Nils den Kontakt . Als die Gründung einer Minigruppe anstand, erklärte sich Jenny Obergfell gerne bereit, deren Leitung zu übernehmen. Voraussetzung war für sie allerdings, dass sie Unterstützung bekam. Und die fand sie sofort bei Manuel Kaiser, der selbst schon jahrelang engagiert beim THW dabei ist und dort auch bereits engagiert in der Küche betätigt.

Unterstützung gab es am letzten Übungssamstag durch Nico Pfoth.
Unterstützung gab es am letzten Übungssamstag durch Nico Pfoth. | Bild: Irmgard Kaiser

Wer die Gruppe bei der einmal monatlich am Samstagnachmittag stattfindenden Übung beobachtet, kann sich über leuchtende Kinderaugen und eifrig mitmachende Kinder freuen. Schon die Jüngsten der Gruppe sind voll dabei. Das gebotene Programm ist abwechslungsreich. Bis jetzt wurden unter anderem Fahrzeuge besichtigt, der Umgang mit Leinen und das Erstellen von Knoten geübt, mit einem Hebekissen Steine zum Schweben gebracht und auch ein Ausflug in die Eishalle durfte nicht fehlen. Spiel und Spaß fördern die Gemeinschaft mindestens ebenso wie gemeinsame Übungen. Ganz besonders toll fanden die Kinder das Basteln ihrer eigenen Atemschutzgeräte.

Nico Pfoth voran und die Kids eifrig hinterher – das macht Spaß.
Nico Pfoth voran und die Kids eifrig hinterher – das macht Spaß. | Bild: Irmgard Kaiser

Mit eingefärbten Flaschen, Rolladengurten, Gartenschlauch und Staubschutzmaske bastelten Jenny Obergfell und Manuel Kaiser unterstützt von Nico Poth mit den Kindern Atemschutz-Attrappen, die sie dann bei Slalom und Kletterübungen unter und über Tische im Gemeinschaftsraum erstmals "im Einsatz" erproben durften. Das war ein Gaudi, sowohl für die Kinder als auch für die Betreuer. Eigenständigkeit von Kindern schon im frühen Alter fördern, Kameradschaft und Teamgeist entwickeln und technisches Flair entwickeln – das sind Hauptargumente für eine Teilnahme in der Minigruppe. Und es ist nicht nur was für Jungs, sondern genauso für Mädchen, die sich lieber mit Technik als mit dem Puppenwagen beschäftigen.

Über Tische und unter Tischen wurde der Ernstfall auf kindgerechte Weise geübt.
Über Tische und unter Tischen wurde der Ernstfall auf kindgerechte Weise geübt. | Bild: Irmgard Kaiser

Und welche Mutter freut sich nicht, wenn sie abends ein zufriedenes, ausgeglichenes Kind abholen kann, das ihr Unmengen zu erzählen hat? Für den Ortsverband ist es eine optimale Gelegenheit, den Nachwuchs für die eigenen Reihen schon früh zu rekrutieren. "Die Kinder werden bei uns spielerisch dazu geführt, dass sie, wenn sie zehn Jahre alt werden, zur Jugend rüber gehen können", erklärt Jenny Obergfell.

Durch diese automatische Fluktuation werden dann auch immer wieder Plätze frei für Kinder auf der Warteliste. Denn abspringen, wenn man schon mal in der Minigruppe drin ist, das tun nur wenige. Wichtig ist für Jenny Obergfell auch, dass Eltern erst die Interessen ihres Kindes abwägen und keinen Zwang ausüben, es nur zur Minigruppe anmelden, wenn es wirklich möchte. Das Kind soll sich auf das monatliche Treffen freuen, begierig darauf sein, gemeinsam mit seinen THW-Kollegen etwas zu erleben. Die vorhandenen Plätze sollen nicht als kostenloser Kinderhort benutzt werden. Denn sonst fehlt der Platz vielleicht für ein Kind, das darauf brennt, bei den THW Minis durchzustarten!

Ein Atemschutzgerät selber herstellen – da braucht es Phantasie. Doch der sind bei Jenny Obergfell keine Grenzen gesetzt.
Ein Atemschutzgerät selber herstellen – da braucht es Phantasie. Doch der sind bei Jenny Obergfell keine Grenzen gesetzt. | Bild: Irmagard Kaiser