"Weltreise" nennt sich das Projekt der kirchlichen Arbeitsgemeinschaft des Caritasverbandes Hochrhein und Diakonie, das interessierte Reisende in das Wohnzimmer von Menschen aus anderen Ländern einlädt. Samstagnachmittag ging die Weltreise nach Syrien. Ausgangspunkt ist dieses Mal das Wohnzimmer der Familie Marie Faruh und Sameer Altarsha, die mit ihren beiden Söhnen in Laufenburg leben. Mit auf die Reise machen sich drei Frauen, als Reisebegleiterin ist Anneli Ahnert vom Caritas dabei. Das bisschen Aufregung auf beiden Seiten legt sich schnell. Bei syrischem Mate Tee und Kaffee mit Kardamom erfahren die Reisenden, dass die Familie seit fünf Jahren in Deutschland ist. Sie gehört zu jenen rund zehn Prozent Christen, die vor dem Krieg in Syrien lebten. Jetzt seien es noch etwa zwei Prozent, schätzt der Sameer Altharsha. Gut 60 Prozent der Christen sind orthodox, so auch die Familie.

Stolz auf schnelle Integration

Der 37-Jährige stammt aus Homs, die 36-Jährige Ehefrau aus Hama. Beide sind von Beruf Agraringenieure und kamen seinerzeit per Touristenvisa und Einladung des Bruders von Marie Faruh nach Deutschland. "Wir haben nach sechs Monaten schon gearbeitet", ist die Syrerin stolz darauf, von Anfang an ohne staatliche Hilfe ausgekommen zu sein. Marie Faruh arbeitet heute als Kassiererin bei Lidl und als Betreuerin an der Hebelschule. Ihr Ehemann ist bei der Firma Freudenberg in Oberwihl im Lager. Beide sprechen sehr gut Deutsch. "Die Sprache, das ist sehr wichtig", betont die Syrerin mehrmals. Am Leben in Deutschland schätzen sie vor allem die Freiheit: "In arabischen Ländern ist man irgendwie immer unterdrückt."

Film über das Heimatland

Sameer Altarsha zeigt einen Film über sein Heimatland. Die Reisenden sind beeindruckt: "Wie schön das Land ist!" Besonders die Kulturgüter beeindrucken. Syrien beherbergt die Schätze vieler Hochkulturen. Die Hochsprache in Syrien ist arabisch. Aber es gibt viele Dialekte. Auch die Gastgeber sprechen einen Dialekt, der sich auch für die Reisenden hörbar deutlich von der Hochsprache unterscheidet. Die Reisenden haben viele Fragen. Als Christen essen die Gastgeber Schweinefleisch und trinken auch Alkohol. Religiöse Mischehen sind verboten. In der Verfassung Syriens ist verankert, dass bei Heiraten der Nicht-Muslime zum Islam konvertieren muss. Und das Klima im Landesinnern ist heiß. Bis zu 50 Grad im Sommer. Da bereiten die kalten Winter bei uns dann doch das eine oder andere Problem.

So köstlich schmeckt Syrien

Gastfreundschaft ist in Syrien ganz groß geschrieben. Das erleben die Reisenden in den gut zweieinhalb Stunden ihres Besuchs immer wieder. Und sie wissen am Ende ganz genau "wie köstlich Syrien schmeckt". Gemeinsam sitzen alle rund um einen Tisch und genießen syrische Spezialitäten, die das Ehepaar gemeinsam vorbereitet hat. "Alle sollen mehr voneinander wissen", hatte Anneli Ahnert zu Beginn als Ziel der Weltreise definiert. Dieses Ziel ist am Ende erreicht. Die herzliche Begegnung wird in Erinnerung bleiben, und auch ein paar wenige syrische Wörter. Zum Beispiel "shukran". Das heißt: Danke!