Es ist ein Albtraum für Helgi Leifur und Lea Sigmarsson. Sieben ihrer Islandpferde sind von Freitagmorgen bis Dienstagmittag trotz der Behandlung durch Tierärzte verendet. Vier weitere hingen Mittwoch Nachmittag auf dem Heuberg in Kaisten im Fricktal am Tropf und kämpften um das Überleben. Lea Sigmarsson fühlt sich machtlos, dem Schicksal ausgeliefert. „Wir können nichts machen. Den Pferden geht es sehr schlecht. Das lässt sich kaum ertragen“, sagt sie.

Anteilnahme in den sozialen Netzwerken

Die Anteilnahme am Schicksal der beiden Hofbetreiber ist immens: Nachdem sie via Facebook die Vorfälle bekannt machten, war die entsprechende Nachricht 24 Stunden später bereits rund 100 Mal geteilt und 150 Mal kommentiert worden. „Den Besitzern der kranken und verstorbenen Fellnasen ganz viel Kraft“, kommentiert eine Userin. „Unfassbar tragisch“, meint eine zweite. Und eine dritte wünscht „viel Kraft und Zuversicht und dass die Ursache bald gefunden wird“.

Für Lea Sigmarsson ist es unerklärlich, wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte. Am Donnerstag habe man die Pferde mit Heu gefüttert. Die Tiere hätten jedoch nach kurzer Zeit das Fressen eingestellt und seien davongelaufen. „Die Pferde werden in Neuner-Gruppen in unterschiedlichen Stallungen gefüttert. Aus jeder Gruppe sind etwa drei Tiere erkrankt“, sagt sie. Der Veterinärdienst des Kanton wurde nach den ersten Todesfällen informiert.

Wohl keine anzeigepflichtige Tierseuche

Derzeit würden die toten Pferde am Tierspital am Institut für Pathologie in Zürich untersucht, um die Todesfälle aufzuklären, sagt Jelena Teuscher, Sprecherin des Departements Gesundheit und Soziales beim Kanton. „Die bakteriologischen und virologischen Befunde deuten auf keine anzeigepflichtige Tierseuche hin.“ Alle Tiere erkrankten innerhalb weniger Stunden am Donnerstagabend und Freitagmorgen, danach gab es keine Erkrankungen mehr.

„Eine Ansteckungsgefahr für andere Tiere und den Menschen kann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Ähnliche Fälle sind uns bisher nicht bekannt“, sagt Teuscher. Derzeit laufen noch eine Reihe von Untersuchungen, deren Befunde ausgewertet werden – teilweise in ausländischen Instituten. „Es sind auch noch zusätzliche Proben der gesunden Tiere vorgesehen“, sagt Teuscher.

Beistand von Freunden und Bekannten

Zwar habe es bisher keines der elf erkrankten Pferde geschafft, trotzdem will Lea Sigmarsson die Hoffnung noch nicht aufgeben. Trost finden die Hofbetreiber aus Kaisten in der Unterstützung und im Beistand zahlreicher Freunde und Bekannter. „Sie besorgen Infusionen für die Tiere, kaufen für uns ein oder kochen für uns, damit wir etwas entlastet werden“, sagt sie.

Die beiden Pferdehalter hoffen, dass möglichst umgehend die Untersuchungsergebnisse aus der Pathologie mit aussagekräftigen Befunden eintreffen. „Es ist ungeheuer belastend, noch keine Gewissheit zu haben, was die Ursache für das alles ist“, sagt Lea Sigmarsson. Diese wünscht sich auch eine rasche Aufklärung, damit verhindert wird, dass sich solch ein schrecklicher Vorfall andernorts wiederholt.