Laufenburg Schwestern Aloisia und Natalia Dauer brillieren mit klassischer Musik im Schlößle

Unkonventionells Programm von Beethoven bis Bloch kommt sehr gut an

Sie sind jung, hochtalentiert und stehen am Anfang einer vielversprechenden Karriere: Aloisia und Natalia Dauer. Die zwei sehr musikalischen Schwestern aus Bad Säckingen stellten sich am Sonntag bei „Kultur im Schlössle“ erstmals in Laufenburg vor. Ihr unkonventionelles Programm von Beethoven bis Bloch kam gut an. Keine Frage, die jungen Damen begeistern mit Verve und Einfühlungsvermögen. Sie verstehen es, die Werke locker und mit ganzem Charme auszuspielen.

Natalia Dauer bewegt sich in Ernest Blochs „Prayer“, einem melancholischen Gesang aus „From Jewish Life“, in den Fußspuren der argentinischen Meistercellistin Sol Gabetta. Auch die 18-jährige Nachwuchscellistin streicht „Prayer“ richtig schön, mit viel Gefühl und Empfindsamkeit. Ihr virtuoses Cellospiel ist auch nicht von schlechten Eltern. Mit Genuss kann man ihre Interpretation der Concert Polonaise von David Popper anhören, weiß sie doch, die Effekte mit Bravour hinzulegen.

Aloisia Dauer hat als Geigerin schon viel Erfahrung in Soloauftritten, die ihr neben einer ausgereiften Virtuosität in dem brillanten Konzerstück „Introduction und Rondo capriccioso“ von Camille Saint-Saens zugute kommt. Die 25-Jährige trägt dieses Showpiece, das alle großen Geiger für ihre Kür nutzen, absolut sicher im Ton, mit konzertantem Gestus und phänomenaler geigerischer Brillanz vor. Die kniffligen griff- und bogentechnischen Passagen dieses circensischen Bravourstücks meistert sie nicht nur mit Leichtigkeit, sondern gestalterisch imponierend.

Die Geschwister geben ein attraktives Duo ab. Im ersten Beethoven-Duo für Violine und Cello können sie gut miteinander korrespondieren, wobei sich das Mezzotimbre des Cellos mit dem klar artikulierten Geigenklang aufs Schönste vermischt. Die jungen Musikerinnen nutzen die Dynamik dieser Konstellation, das hat man gehört und gesehen. Und sie legen hörbar Wert auf den Klang der Einzelstimmen. Dass sie dabei aufmerksam und souverän von der japanischen Pianistin Akane Matsumura begleitet werden, muss spätestens jetzt angemerkt werden.

Am stimmigsten und absolut perfekt war das Zusammenspiel nach der Pause im Klaviertrio op. 5 von Max Bruch. Hier ist überhaupt nicht zu spüren, dass die drei Interpretinnen kein langjähriges eingespieltes Trio sind. Musikalisch lief alles wie am Schnürchen. Transparenz und Vitalität verbinden sich zu einem feurigen, mithin „brahmsisch“ wirkenden Furor – so inspiriert und präzise ausgehorcht erklingen die drei Sätze.

Das Publikum im vollen Saal konnte sich an einer Darstellung in schon ausgewogener Triokunst erfreuen. Im finalen Prestosatz war schließlich Matsumura an der Reihe, mit akzentuiertem Anschlag ihre pianistischen Qualitäten herauszustellen. Als Zugabe noch ein beliebter Piazzolla-Tango, viel Beifall und Blumen für die Damen.

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