Deutliche Worte der Kritik und einen Appell zu mehr Verständnis gegenüber den Sorgen der Kirchenmitglieder richteten Vertreter des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Laufenburg/Albbruck beim Empfang anlässlich des Patroziniums an den Ehrengast, Erzbischof Stephan Burger.

Sorge wegen möglicher Spaltung der zusammenwachsenden Seelsorgeeinheit

Wie die Gremiumsmitglieder Claudia Rudigier-Frommherz und Peter Meister in ihrer Rede, die unserer Zeitung vorliegt, darstellten, habe vor allem das Planwerk „Kirchenentwicklung 2030“ bei vielen Gläubigen für Aufregung gesorgt. Grundsätzlich müsse die Kirche aber dringend ihre rechtlichen Vorgaben prüfen, um nicht Gefahr zu laufen, den Bezug zur Lebenswirklichkeit ihrer Mitglieder zu verlieren.

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Wie Rudigier-Frommherz darstellte, habe bereits der Zusammenschluss der Seelsorgeeinheiten Laufenburg und Albbruck im Jahre 2015 erhebliche Herausforderungen mit sich gebracht.

Viel Überzeugungskraft und guter Wille seien notwendig gewesen, um das neue Gemeindekonstrukt zwischen Unteralpfen und Laufenburg „zu einer gut funktionierenden Einheit“ zu machen: „Das Verständnis füreinander ist nach wie vor im Wachsen“, so Rudigier-Frommherz. Umso beängstigendeer sei die Aussicht, dass bereits jetzt über die Schaffung noch größerer Einheiten nachgedacht werde.

Damit gehe auch die Sorge her, dass die jetzige Seelsorgeeinheit wieder auseinandergerissen werde, und der östliche Teil Waldshut und der westliche Bad Säckingen zugeordnet werde. „Das darf auf keinen Fall passieren – wir wollen wenigstens zusammenbleiben“, stellte Claudia Rudigier-Frommherz dar.

„Haltung der Kirche geht an Lebenswirklichkeit vorbei“

Ihr Kollege Peter Meister zeigte zwar Einsicht in die Notwendigkeit der Umstrukturierung, allein schon aufgrund des Priestermangels. „Wenn sich unsere Kirche aber nicht bald grundlegend ändert, wird es nicht lange dauern, bis auch die nach 2030 großen Pfarreien nicht mehr besetzt werden können“, so Meister weiter.

Viele Gläugige könnten das Festhalten „an einem von Männern zementierten Kirchenrecht und Dogmen“ längst nicht mehr nachvollziehen. Konkret verwies Meister dabei auf den Pflichtzölibat, die Ausgrenzung von Frauen von wichtigen Kirchenämtern sowie den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

Die Kirche sei in diesen Bereichen stehen geblieben. Dies führe dazu, dass sich viele Menschen abwenden und gerade junge Leute kaum noch für kirchliche Belange gewonnen werden könnten.

Meister appellierte an Erzbischof Burger: „Schließen Sie sich mit den Bischöfen zusammen, die sich eine Erneuerung vorstellen können. Und werben Sie dafür im Vatikan.“ Unter Verweis auf die Predigt des Erzbischofs, sagte Meister außerdem: „Wir stehen fest zu dieser unserer Kirche.

Wir verweigern uns nicht, wir kündigen nicht die Gefolgschaft auf. Aber wir bitten Sie, unsere Anliegen und Sorgen zu verstehen.“

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