Roland Kroell ist ein universaler Künstler und auf vielen Bühnen daheim. Jetzt befasst sich Kroell künstlerisch mit der Badischen Revolution, deren Schauplatz vor 170 Jahren zu wesentlichen Teilen auch der Hochrhein und der Schwarzwald waren. Kroells Lieder zur Badischen Revolution werden bei etlichen Konzerten in der Region zu hören sein. Er schafft es, sich in die Gefühlslage der Rebellen von damals hineinzuversetzen, wie etwa in Friedrich Hecker, die große Symbolgestalt der Badischen Revolution. Mit seinen Liedern will Kroell daran erinnern, wie steinig der deutsche Weg zur Demokratie war. „Es war ein harter, langer Weg, bis die Demokratie erzwungen wurde, aber der Weg ist noch nicht zu Ende“, betont der Barde.

Schon seit seiner Schulzeit ist der aus Waldshut stammmende Kroell von der Geschichte der Freiheitsbewegungen am Hochrhein berührt. Er verfasste bereits Lieder über die Salpeterer, jene aufständischen Wälderbauern aus dem 18. Jahrhundert, die ihre Freiheit verteidigten. Auch der Bauernkrieg von 1524/25 gehört zu seinen Themen. So schuf Kroell Balladen über den Bauernführer Hans Müller von Bulgenbach und den Waldshuter Prediger Balthasar Hubmaier.

Bei seinen Nachforschungen zur 48er Revolution ist Kroell kürzlich auch auf ein Spott-Lied eines anonymen Dichters gestoßen, welches am 10. Februar 1849 in der Oberrheinischen Zeitung veröffentlicht wurde. Es bezieht sich auf die Reichsflotte, für deren Aufbau trotz allgemeiner Not viel Geld ausgegeben wurde: „'S got alles, wie me wünsche mag, d’Grundrecht, sie sin jetz drucket, drum fliisig g’lese drinn all’ Tag, aß’s Glück stets nöcher ruket. Nur d’ Müüler uf, so chömme gli die brotne Tubä g’ floge. Die Dütsche wenn betroge si so seige si betroge!“

Kroell kämpft mit seinem kreativen Tun für Demokratie, Freiheit, Gleichheit und für die Erhaltung der Natur. Seine Werkzeuge sind der Gesang und die Musik sowie das Schreiben von Büchern. In Natur-Wahrnehmungsseminaren sowie bei Wanderungen mit Gruppen bringt er seine Philosophie den Mitwanderern nahe. Als Liedermacher befasst er sich nicht nur mit revolutionären Zeiten, er trägt auch archaische und keltische Gesänge vor. Er sieht sich in der Tradition mittelalterlicher Minnesänger und begleitet sich auf historischen Instrumenten wie Dudelsack, Gitarre, Dulcimer, Trommeln oder Flöte selbst. Als Komponist nahm er sich in Neuvertonungen der Minnelieder von Wolfram von Eschenbach aus „Parzival“ an. Zudem komponierte er zu Originaltexten aus dem mittelalterlichen Versepos „Tristan und Isolde“ von Gottfried von Strassburg etliche Lieder, die im Mai 2007 anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt Laufenburg uraufgeführt wurden.

Die Kraft für sein Tun holt sich der 64-Jährige aus der Natur. Vor allem der Schwarzwald, der Belchen und die Gebiete rund ums Dreiländereck haben es ihm angetan. Großen Stellenwert nimmt für ihn die keltische Kultur ein, denn in der Natur erspürt er die Lebensweise unserer Urahnen. „Die Faszination für die keltische Kultur, die auf mich bis heute wirkt, habe ich bereits auf meinen Reisen kurz nach der Schulzeit nach Irland und Schottland entdeckt“, erklärt Kroell. In irischen Balladen fand er Motive aus dem Freiheitskampf gegen England, die ihn an vergleichbare Bewegungen in anderen Teilen Europas und in seiner Heimat am Hochrhein erinnerten. Bis heute haben sie großen Einfluss auf die künstlerische Arbeit von Roland Kroell.

Zur Person

Roland Kroell (64) wurde in Waldshut geboren, lebte ab 1975 in Freiburg und seit 13 Jahren in Laufenburg. Als Sänger, Musiker und Komponist sowie als Hörspiel- und Buchautor befasst er sich seit vielen Jahren mit seiner Heimat. Von Kroell liegen zahlreiche Tonträger und Bücher vor.