Der Vortrag des Einsatzbeamten der Berufsfeuerwehr München, Stephan Zobel, zeigte auf, dass Gift- und Gefahrtiere längst auch Thema für die Feuerwehr sind. Er sagte: „Stellen sie sich vor, sie sind mit Atemschutz in einem brennenden Gebäude und plötzlich baut sich eine Cobra vor ihnen auf. In Baden-Württemberg gibt es für die Haltung von Gefahrtiere keine gesetzlichen Regelungen.

Zobel erwähnte: „Auf einer Reptilienbörse bekommt man eine Cobra für 20 Euro und eine Mamba für 45 Euro. Auch Harald Burger von der Kripo Freiburg erzählte von seinem Einsatz mit einer Schlange. Dorothea Hartmann, Fachärztin für Anästhesie und langjährige Notärztin rundete die Vortragsreihe ab. Sie gab einen Einblick in die Wirkungsweise des Giftes. Auch die medizinische Behandlung und Therapie nach Biss- und Stichverletzungen durch Gifttiere wurde behandelt.

Für Thomas Lamade den Ausbildungsleiter der Feuerwehr Laufenburg steht fest: Tierhalter müssten sich beim Rathaus anmelden. Das hätte laut Lamade auch den Vorteil: „Wir wüssten dann, wer Tiere hat, sachkundig und eventuell ein Ansprechpartner ist.“ In Laufenburg sind laut Aussage der Feuerwehr keine Gefahrtiere gemeldet.

Stephan Zobel appellierte an die Feuerwehrmänner an einen professioneller Umgang auch mit exotischen Tieren. Er sagte: „Ein Wirbeltier darf nur getötet werden, wenn es um Leib und Leben geht.“ Von dem Einsatz eines CO2-Löschers rät er deutlich ab: „Die Sicht wird behindert und die Tiere versuchen, durch die Kälte und den Lärm zu fliehen.“ Für ihn ist klar: „Packt die Schlange ein, das ist für alle Beteiligten wesentlich entspannter.“ Zobel empfahl den Anwesenden die passive Fangform. Hierfür wird die Schlange mit Hilfe eines Besens oder mit Zuhilfenahme eines Hackens in einen Sack oder eine Kiste gelegt.

Was bei der Suche behilflich sein kann

Wird eine Schlange in einer Wohnung gesucht, gilt es, Türen, Fenster und Abgüsse in der Wohnung zu verkleben. Für die Suche, so Zobel, könnte man die Wärmebildkamera zu Hilfe nehmen: „Die Wechselwarme Schlange oder Spinne wird nicht sichtbar, aber die warmen Orte in der Wohnung, wo sie sich gerne zurückziehen.“ Die konfiszierten Schlangen kommen anschließend in eine Auffangstation.

Als Fanggeräte empfiehlt Zobel eine Feuerwehrleine oder Bindestrick, Klebeband, Bienenkiste, Greifer, Fangnetz mit Griff, Schlangenhaken und eine spezielle Fangvorrichtung mit Sack. Von der Fangschlinge oder den Griff mit der Hand um den Schlangenkopf rät Zobel wegen der Verletzungsgefahr für Schlange und Mensch ab.

Auch Skorpione, Spinnen, Kalmare, Echsen und Schildkröten wurden thematisiert. Zobel dazu: „Einige Schildkrötenarten fühlen sich bei uns wie Zuhause und verdrängen einheimische Arten.“ Einem generellen Haltungsverbot von Gifttieren steht Zobel kritisch gegenüber: „Die Halter, die Sorge tragen, werden so in die Grauzone gedrängt und es entsteht ein Schwarzmarkt.“ Für die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen gab es als Hausaufgabe: „Finden sie heraus, wer ihr Ansprechpartner ist und wohin sie Gefahrtiere bringen könnten.“