Er wolle „mit Mut und Demut“ seine neue Aufgabe als Laufenburger Stadtrat angehen, sagt Raimund Huber. Derlei leise Töne überraschen erst einmal. Denn nicht nur gewannen die Grünen, auf deren Liste Huber als Parteiloser kandidierte, bei der Gemeinderatswahl einen Sitz hinzu. Der kommunalpolitische Neuling erzielte mit 2179 Stimmen auch das sechstbeste persönliche Ergebnis sämtlicher 43 Bewerber.

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Der vor kurzem in Ruhestand getretene Schul-Hausmeister und immer noch aktive Feuerwehrmann sagt, er hätte sich vorstellen können, auch auf einer anderen Liste zu kandidieren. „Aber den Grünen stehe ich schon am nächsten.“ Der mittlerweile 64-Jährige war ab 1970 viele Jahre in der Jugend zunächst bei den katholischen Pfadfindern St. Georg und der Christlichen Arbeiterjugend, dann beim eher linken Bund Deutscher Pfadfinder (in dem er mit Bernd Riexinger, dem heutigen Bundesvorsitzenden der Partei „Die Linke„, zusammenarbeitete) sowie in der Gewerkschaftsjugend aktiv. Später im Berufsleben engagierte er sich acht Jahre als Betriebsrat bei der H. C. Starck und sechs als Personalrat bei der Stadt.

„Menschen wahrnehmen und respektieren“

Er wolle „Menschen wahrnehmen und respektieren“, sagt Huber. Ganz besonders bezieht der siebenfache Vater das auf Kinder und Jugendliche. Aus seiner langen Zeit an der Hans-Thoma-Schule kenne er viele von jenen persönlich, denen nachgesagt werde, dass sie Probleme machten. Diesen Jugendlichen müsse man die Hand reichen. Der Neu-Stadtrat fordert deshalb die Wiederaufnahme der offenen Jugendarbeit. Ausdrücklich bekennt er sich zur Arbeit, die Balder Wentzel bis zur Streichung der Sozialarbeiterstelle 2015 angeboten hat.

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Der bekennende E-Biker und E-Car-Sharer Huber nennt als zweites persönliches Ziel die Schaffung öffentlicher Strukturen für Elektromobilität. Weshalb gebe es in Laufenburg kein öffentlich zu mietendes Elektroauto am Rathausplatz oder am Ostbahnhof? In der Stadt fehle auch eine öffentliche Ladestation für E-Bikes: „Wenn man im Tourismus was erreichen will, braucht man heute so was!“ Einmal beim Radverkehr angekommen, verweist Huber darauf, dass ein Radweg fehle, der die Stadtteile Binzgen, Hochsal und Rotzel mit Laufenburg verbinde.

Invest GmbH soll Wohnungen bauen

In Laufenburg fehle bezahlbarer Wohnraum für Familien, sagt Huber. „Meines Erachtens kann die Stadt auch auf diesem Feld was tun. Es gibt ja die Laufenburg Invest GmbH.“