Die altehrwürdige Kirche St. Johann in Laufenburg/Schweiz war am Montagabend Schauplatz der Buchvorstellung zum bereits zehnten Band in der Buchreihe Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Er ist der 139. Band in der Reihe der „Kunstdenkmäler der Schweiz“, herausgegeben von der 1880 gegründeten Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK).

Die Autorinnen des neuen Bandes, Edith Hunziker und Susanne Ritter-Lutz, haben sieben Jahre Grundlagenforschung betrieben und sind auf viele kaum bekannte Fakten gestoßen. Sie haben ein beeindruckendes kunsthistorisches Erbe der Region gezeichnet.

Besonders viel Gewicht wird mit rund einem Drittel des Umfangs in dem etwa 500 Seiten starken neuen Band auf die Laufenburger Altstadt gelegt, die mit einer Dichte an historischen Gebäuden aufwartet, die jedoch bisher meist unerforscht blieben, wie die Autorinnen wissen ließen. Aber auch die 17 umliegenden Landgemeinden des Bezirks erfuhren eine gründliche Erstbearbeitung. Hunziker und Ritter berichteten bei der Vernissage von etlichen Entdeckungen. Unter anderem informierten sie darüber, dass es gelungen sei, nachzuweisen, dass mit dem Bau des Alten Zeughauses bereits im Jahr 1513 begonnen wurde. Recherchen im Stadtarchiv und die Untersuchung des Bauholzes brachten dies zutage.

Das könnte Sie auch interessieren

„Baudenkmäler lassen uns die Geschichte unseres Kantons erkennen, stiften Identität und ein Heimatgefühl“, sagte der Aargauer Regierungsrat und Kulturdirektor Alex Hürzeler. Gerade in einer schnelllebigen Zeit wie heute, in der Themen wie Verdichtung und Siedlungsdruck im Bauwesen immer wichtiger würden, sei ein Band über die Kunstdenkmäler des Kantons von großem Wert, so Hürzeler: „Die Erhaltung und das Pflegen solcher Bauten ist für den Kulturkanton Aargau von großer Wichtigkeit, denn im Kanton Aargau sind die verschiedenen Baudenkmäler besonders vielfältig.“

Im neuen Band würde eindrücklich dokumentiert, dass es im Bezirk Laufenburg eine große Anzahl und vor allem eine große Vielfalt an Denkmälern gäebe. Als Beispiele erwähnte Hürzeler neben historischen Bauten in Laufenburg die katholischen Pfarrkirchen in der Region wie die St. Nikolaus-Kirche oder die Verenakapelle in Herznach. Hürzeler erinnerte an Profanbauten wie Gasthäuser, darunter das Gasthaus Bären in Hottwil oder das „Schlössli“ in Oeschgen. Er erinnerte auch an die bestehende Altbachmühle in Wittnau oder ehemalige Mühlen, wie die in Wölflinswil oder Etzgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Der neue Band, der sich vornehmlich an Laien richtet, die sich für Geschichte, Bauen, Wohnen, Arbeiten, Kunst und Kultur interessieren, warte nicht nur mit Fakten auf. Vielmehr sei es ein mit rund 500 Abbildungen reich bebildertes Lesebuch und Nachschlagewerk. „Das Buch weckt Neugier“, so Ferdinand Pajor, Projektleiter der Buchreihe.

Nicole Pfister Fetz, Präsidentin der GSK, sagte, dass die Autorinnen die Region in einem facettenreichen Porträt dargestellt hätten. „Das Buch ist ein Lese- und Augenschmaus“, sagte sie. Ihren Dank richtete sie, wie auch Pajor, an die Autorinnen und schier unzähligen Beteiligten, nicht zuletzt an den Kanton Aargau, der Geld für das Projekt aus Mitteln des Swisslos-Fonds bereitgestellt hat, die dazu beigetragen haben, dass das Projekt gelingen konnte.