René Leuenberger, Zunftmeister der Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg der mehreren Stadt (Laufenburg-Schweiz), muss hellseherische Fähigkeiten haben. Zu Beginn des Hauptbotts am Donnerstagabend in der Stadthalle bemerkte er: „Es gibt ein tolles Hauptbott, ich weiß das.“ Recht hatte er, auch was den Unterhaltungswert betraf.

Zum Gelingen des Abends trugen nicht nur Leuenberger und der badische Zunftmeister der minderen Stadt Claus Epting bei, sondern auch das Tambourencorps Laufenburg mit einer fulminanten Einlage. Maskiert als Wilhelm Tell trommelte das Corps allfällige Müdigkeitserscheinungen im Publikum weg, schließlich war es zum Zeitpunkt des Auftritts eine halbe Stunde vor Mitternacht. In den drei Stunden davor bekamen die Stadtprominenz und der närrische Adel von Laufenburg allerhand zu sehen und zu hören – vorab den Zunftprolog, erstmals von Patrick Lüthy als Nachfolger von Norbert Wasmer vorgetragen.

Der Begrüßung durch Zunftmeister Leuenberger jun. folgte eine Darbietung über das Protokoll vom letzten Hauptbott durch einen Nikolaus und einen Engel. Danach: Rückblick auf das vergangene Jahr durch die beiden Zunftmeister. „Wir konnten ein intensives Zunftjahr erleben“, berichtete René Leuenberger. Die Narro-Altfischerzunft zeigte Präsenz an den Narrentreffen in Baar und Waldshut-Tiengen, richtete die Städtlefasnacht mit Kinderball, Umzug und Narrolaufen aus. Dazu gab es noch Versammlungen („Die Fasnacht kann auch todernst sein“, so Leuenberger) und ein Gansessen am 11. November. Aber: „Leider können wir weder aus der minderen noch aus der mehreren Stadt einen neuen Zunftbruder vereidigen“, teilte Leuenberger mit.

Stattdessen durfte die Zunft am Hauptbott viele Ehrungen feiern. Von der mehreren Stadt für 50 Jahre Zunft wurde Carlo Perlini, für 60 Jahre Zunft wurden Pius Binkert und Ehrenzunftbruder Rolf Maier geehrt. Die Ehrungen der minderen Stadt: für 15 Jahre Zunft Timo Rothmund, für 25 Jahre Zunft Patrick Lüthy, Johannes Maier und Thomas Wasmer. Für 50 Jahre Zunft wurde Günter Arzner, für 60 Jahre Zunft Kurt Grass geehrt. Die beiden konnten am Hauptbott jedoch nicht teilnehmen.

Zusätzlich gab es Auszeichnungen für besondere Verdienste von der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Die von VSAN-Vertreter René Leuenberger sen. verliehenen Ehrenzeichen erhielten Hubert Mutter (Silber), Daniel Kern (Bronze), Felix Klingele (Gold) und René Leuenberger jun. (Bronze). Als neuer Zunftfreund begrüßt wurde Peter Hauber. Von den Gästen gab es reichlich Geschenke – unter anderem von Paul Knoblauch, Zunftmeister der Heinerich-Wirri-Zunft Aarau, und dem Zunft-Säckelmeister Urs Walter Hunziker sowie von den befreundeten Zünften aus der Gemeinde Laufenburg. Pfarrer Klaus Fietz hielt eine amüsante Rede und Anita Schraner von den Salmfängern appellierte an die Zunft: „Wir sollten an der grenzüberschreitenden Fasnacht festhalten, das ist unser Aushängeschild.“ Und René Leuenbergers hellseherische Fähigkeiten? Die kamen noch einmal zum Ausdruck, als er auf den großen Fasnachtsumzug am 7. Februar vorausblickte. „Das wird ein toller Umzug, ich weiß das.“