Pünktlich zum ersten Faißen wurde der Laufenburger Narrensamen in Sachen Fasnachtsbrauchtum auf Vordermann gebracht. Im Dezember 2014 ist die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen worden. Aus diesem Grund hat die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) ein Journal herausgegeben, das die Facetten der Fasnacht beleuchtet. Es soll dazu beitragen, dass das Fasnachtsbrauchtum weitergegeben wird und so überleben kann. Diesen Aufruf der Vereinigung haben jetzt die Mitglieder der Laufenburger Narro-Altfischerzunft, die ebenfalls Mitgliedszunft der VSAN sind, zum Anlass genommen, am Mittwoch in insgesamt vier siebten Klassen der Laufenburger Hans-Thoma-Schule, den Geschichtsunterricht zu gestalten. Mit großem Gepäck und alten Masken haben sich Claus Epting, Zunftmeister der minderen Stadt, Ehrenzunftmeister Charlie Oberle und Ehrenzunftbruder Peter Strittmatter auf den Weg in die Klasse gemacht. Strittmatter hat sich der Entwicklung und den Hintergründen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht im Allgemeinen gekümmert. „Die Fasnachtsbräuche reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück“, erklärte er. Zwischendurch ist sie auch mal verboten worden. „Es wurden sogar Soldaten rekrutiert, die darauf geachtet haben, dass das Verbot eingehalten wurdet“, so der Ehrenzunftbruder.

Charlie Oberle konzentrierte sich auf die neuere Zeit und die Entstehung der Fasnacht in Laufenburg sowie die Gründung der Narro-Altfischerzunft. Er erklärte den Schülern, dass man früher eben nicht zum Einkaufen im heutigen Sinne gegangen ist, sondern dass die Salmfischerei der Haupterwerb in Laufenburg und der letzte Berufsfischer bis in die 1950er Jahre aktiv war. Aus dieser Salmfischerei heraus ist der Name der Narro-Altfischerzunft entstanden. „Überhaupt waren es nur die beiden Weltkriege, die die Narro-Altfischerzunft in Deutschland und in der Schweiz getrennt haben“, so Oberle. Denn obwohl zwei Länder, hat es sich bei der Narro-Altfischerzunft immer um eine Zunft gehandelt.

Epting hatte verschiedene Masken dabei. Unter anderem die Maske der Narrönin, die als Symbol der Narrenmutter gilt. Weil die Narro-Altfischerzunft eine reine Männerzunft ist, wird auch die Maske der Narrönin von einem Mann getragen. Ebenfalls mit im Gepäck hatte Epting die wohl älteste Holzlarve Südwestdeutschlands. Sie befindet sich in Laufenburger Privatbesitz und stammt aus der Zeit vor 1700 – ist also älter als 300 Jahre.

Der erste Faißen in Laufenburg:

6 Uhr:

Tschättermusik, anschließend Mehlsuppe im Hotel Rebstock.

16 Uhr:

Kindertschättermusik und „Heisse“ für die Kinder auf dem Rathausplatz.

19.30 Uhr:

Tschättermusik.

20.30

Uhr: Traditioneller Hauptbott der Narro-Altfischerzunft in der mehreren Stadt (interne Veranstaltung).